#74 - B wie Beziehungsöffnung
Wie geht das und worauf sollte ich achten?
09.03.2025 26 min
Zusammenfassung & Show Notes
Heute gibt es die dritte Folge zum Thema Beziehungsöffnung, in der wir uns die Frage stellen, wie das überhaupt geht.
Dafür gibt es eine kurze Definition und den Hinweis, dass das Öffnen einer Beziehung einen tiefen Einschnitt bedeutet, neun Schritte, die auf jeden Fall gegangen werden sollten, Hinweise zur dabei unbedingt notwendigen Mindset-Arbeit und Tipps dazu, worauf ihr achten solltet, wenn ihr eure Beziehungen öffnen wollt. Zum Abschluss haben wir noch einige Buchempfehlungen für euch, die unter diesem Text nochmal verlinkt sind.
Viel Spaß beim Hören und bis nächste Woche zur Praxisfolge!
📚 Bücher
Dafür gibt es eine kurze Definition und den Hinweis, dass das Öffnen einer Beziehung einen tiefen Einschnitt bedeutet, neun Schritte, die auf jeden Fall gegangen werden sollten, Hinweise zur dabei unbedingt notwendigen Mindset-Arbeit und Tipps dazu, worauf ihr achten solltet, wenn ihr eure Beziehungen öffnen wollt. Zum Abschluss haben wir noch einige Buchempfehlungen für euch, die unter diesem Text nochmal verlinkt sind.
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📚 Bücher
- Von Mono zu Poly: Der Ratgeber für Paare, die ihre Beziehung (vielleicht) öffnen wollen. (Mona Lohr) (Amazon)
- Polysecure: Bindung, Trauma und konsensuelle Nicht-Monogamie (Jessica Fern) (Divana Verlag, Amazon, Thalia)
- Happy End: Die Liebe im Postfeminismus (Jana Scherle) (Amazon, Thalia)
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🎤 Podcast-Folgen
- MoPoCo #3 "B wie Beziehungsformen"
- MoPoCo #10 "B wie Beziehungsöffnung"
- MoPoCo #35 "B Wie Beziehungsöffnung"
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Zu Sonjas Beziehungs-Coaching und Blog-Beiträgen: https://sonjajuengling.de/
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Transkript
Die Leute öffnen einfach, weil sie denken, es ist ja nur ein bisschen Nicht-Exklusivität und das verstehe ich auch, ist mir auch so gegangen.
Aber da klar zu haben, das ist ein langer Prozess, das ist einfach total wichtig.
Hallo, herzlich willkommen bei Monogamie, Polyamorie und Co., dem Podcast für alle Formen von Beziehungen.
Mein Name ist Sonia Jüngling, ich bin Paar- und Sexualberaterin, Workshopleiterin, Aufklärerin, Mutter, Naturliebhaberin, Musikerin, Dresseurin, Grenzgängerin und Gegensatzaushalterin.
Zusammen mit meinem wunderbaren Helferlein Luna möchte ich Wissen und Verständnis weitergeben für alle Formen von und Wünsche in Beziehungen.
Unter anderem wirst du in jeder Folge unseres Podcasts finden: Unterstützung für ganz individuelle Lösungen in Beziehungsformen, nicht nur, aber auch abseits unserer westlich gelebten Norm.
Wissen, Impulse, Tipps und Tricks für höhere Beziehungsqualität und ganz viel Infos rund um das Thema gute Beziehungen und Selbstfürsorge.
Ganz wichtig ist uns noch zu sagen, dass das Hören dieses Podcasts dir viel geben kann, gleichzeitig allerdings keine Paarberatung oder Therapie ersetzen kann und, dass es unheimlich sinnvoll sein kann, sich früh eventuell sogar gemeinsame Unterstützung in welcher Form auch immer zu suchen.
Schaff Raum für das, was dich bewegt. Und nun viel Spaß mit der heutigen Folge.
Hallo, die Sonja mal wieder heute mit einer Themenfolge zum Thema Beziehungsöffnung.
Heute ist die dritte von wahrscheinlich fünf Folgen dran mit dem Untertitel "Wie geht das und worauf sollte ich achten?"
Wie immer gibt es eine kleine Einleitung. Wir reden über die Definition von einer Beziehungsöffnung, diesmal ein bisschen ausführlicher mit ein paar Gedanken dazu.
Dann spreche ich über den Öffnungsakt. Da gibt es einen 9-Punkte-Plan mit einem parallelen Mindset-Ding.
Dann komme ich später drauf. Und natürlich, worauf sollte ich achten? Was sind so die Punkte, die immer wieder auftauchen, die so ein bisschen tricky sein können?
Natürlich gibt es am Ende auch wie immer ein Fazit. Also los geht's. Beziehungsöffnung, wie geht das und worauf sollte ich achten?
Also das ist der Bereich des Themas Beziehungsöffnung, der konkrete Öffnungsprozess.
Da könnte ich wirklich Bücher drüber schreiben und bin ich auch schon bei.
Und ich bin auch dabei, einen Online-Kurs dahingehend zu entwerfen.
Also es ist einfach wirklich ein total umfangreiches Thema. Das heißt, diese Folge kann nur relativ oberflächlich das betrachten.
Also hört sie euch gerne an, weil das ist natürlich immer gut, eine Zusammenfassung zu haben.
Aber da gibt es ganz viele Themen und ganz viele Meinungen und ganz viel zusätzliche Informationen zu.
Holt die euch gerne von den früheren Folgen, von meiner Homepage, von anderen Homepages, anderen Coaches.
Es gibt Kurse, die sich damit beschäftigen. Schaut die euch wirklich gerne an.
Die Folgen, die wir schon hatten, sind Folgen #10 und #35.
Die Definition der Beziehungsöffnung mache ich in der dritten Folge. Warum?
Weil es hier ganz wichtig ist, dass ihr das gemeinsam einfach auch mal klar habt.
Was ist denn eine Beziehungsöffnung?
Das ist erstmal rein auf dem Papier das Ende der körperlichen und/oder emotionalen Exklusivität.
Ja, das ist so leicht gesagt. Aber was heißt denn das genau?
Also da würde ich euch einladen, mit euch selbst und der Partnerperson in eine Klarheit zu kommen.
Was ist das? Was ist körperlich? Was ist emotional, exklusiv?
Was will ich? Auch was will ich nicht?
Auf keinen Fall. So Ausschluss kann auch helfen.
Und es wäre auch gut, so eine Klarheit zu haben darüber, was ich vermutlich nicht kann.
Also mir klarzumachen, welche Möglichkeiten ich habe.
Denn das ist immer so einfach. Bin ich offen oder nicht offen?
Bin ich exklusiv oder nicht exklusiv? Gibt nur schwarz oder weiß? Stimmt halt so nicht.
Denn die Möglichkeiten sind sehr vielfältig.
Und ich rede jetzt hier nicht von Beziehungsformen, sondern einfach von der Art oder von der Menge der nicht exklusiven Elemente.
Also wenn ich so das wenigste an Nicht-Exklusivität habe,
Dann reden wir von gemeinsamer externer Sexualität.
Also dass wir zusammen mit anderen Sex haben oder dass wir womöglich nur in einem Raum sind,
wo andere Menschen uns beim Sex zuschauen oder wir anderen Menschen zuschauen.
Da ist am wenigsten Nicht-Exklusivität bei.
Dann gibt es die Möglichkeit, allein extern Sex zu haben mit anderen Menschen.
Mit drüber reden und ohne drüber reden.
Also das wäre dann Don't Ask, Don't Tell.
Das geht aber nur dauerhaft, wenn beide gut reflektiert und selbstsicher sind.
Weil das natürlich, wenn ich nicht über alles rede, auch nochmal eine ganz besondere Herausforderung ist.
Denn das nächste Level an Nicht-Exklusivität wäre,
gemeinsam eine zusätzliche emotionale Bindung zu haben.
Ab hier würde ich sagen, sobald die emotionale Nicht-Exklusivität dazukommt,
ist es auch wirklich unerlässlich, dass wir darüber reden.
Was genau, da könnt ihr gerne auf die anderen Folgen zurückkommen.
Und es wird da auch noch einige Folgen geben.
Aber es muss zumindest eine Möglichkeit geben, über das zu reden, was mich beschäftigt.
Selbst wenn ich nicht über das rede, was tatsächlich passiert ist.
Der nächste Schritt wäre dann, alleine eine externe zusätzliche emotionale Bindung zu haben.
Und in diesem Fall, also wenn ich gemeinsam eine zusätzliche emotionale Bindung habe
oder alleine eine zusätzliche emotionale Bindung habe,
da würde die Lebensgemeinschaft, die ja meistens mit einer monogamen Partnerschaft einherkommt,
unberührt bleiben.
Und wenn alles möglich ist und es keine Hierarchien gibt,
dann könnte die Lebensgemeinschaft auch betroffen sein.
Da sollte ich mit meiner Partnerperson gut drüber reflektieren.
Und dann als letztes Level, als wirklich herausforderndstes Level wäre,
wenn dann halt diese Lebensgemeinschaft aufgelöst wird
und es eben Solo-Poly oder Single Konzepte gibt,
wo dann eben auch die Lebensgemeinschaft mit einer Person alleine ist,
das auch alleine gewohnt wird.
Und dann es nur noch lose oder verbindliche Kontakte gibt.
Das kommt natürlich am ehesten einem Beziehungsende gleich,
weil alles aufgelöst wird.
Und da klar zu haben, dass es eben unterschiedliche Level gibt,
ist da ganz wichtig.
Und natürlich rede ich hier wieder von Partnerschaften.
Das habe ich eingangs vergessen zu sagen,
denn wir reden von einer Beziehungsöffnung
und nicht über das Eingehen einer neuen Beziehung,
die dann offen ist.
Und deswegen komme ich in dieser Folge,
geht es darum, aus einer Partnerschaft heraus das Ganze zu planen.
Unabhängig von dem Level an Exklusivität gibt es eben auch,
oder auch in Abhängigkeit damit,
unterschiedliche Namen für unterschiedliche Konzepte.
Falls du da Fragen hast, also was ist eigentlich eine offene Beziehung,
was ist Beziehungsanarchie und so weiter,
dann schauen wir gerne mal in die dritte Folge rein.
Und auch wenn ihr da eine Klarheit habt, was die Namen angeht,
kann die Realität und das Verständnis dafür einfach nochmal ganz anders sein.
Also was ist die Beziehungsöffnung?
Das ist der Prozess, die alte Beziehung zu verlassen und eine neue zu bauen.
Und das darf ich mir gerne bewusst machen,
dass es nicht darum geht, etwas zu verändern,
sondern es ist wirklich eine komplette Veränderung der Beziehungswelt.
Warum das so krass ist, da kommen wir später auch nochmal drauf,
aber es ist einfach wichtig, klar zu haben,
das ist das, also die alte Beziehung zu verlassen und eine neue zu bauen.
Ich sage das so klar, weil es ist schon Paradigmenwechsel
von der Exklusivität in die Nicht-Exklusivität,
Das ist wirklich wie so ein Kulturwandel, ein kultureller Übergang.
Und je weiter ich gehe, also je mehr nicht-exklusive Elemente ich mit einbaue,
desto schwieriger und allumfassender wird das.
Und die Bereiche, die da betroffen sind,
sind zum Beispiel Kommunikation und Transparenz,
auch das Thema Privatsphäre,
zum Beispiel das Thema Nähe und Distanz,
Autonomie und Verbindung,
das Thema Umfeld, die Zukunftsplanung.
Also es sind alles so unterschiedliche Elemente.
Und da lohnt es sich durchaus darüber zu sprechen,
welche Elemente unberührt bleiben sollen.
Hier sei nochmal das Smorgasboard erwähnt.
So, kommen wir zum nächsten Punkt,
der Öffnungsakt selber.
Ich habe schon angekündigt,
das sind neun Schritte.
Und also die Schritte gehen natürlich ineinander über,
sind teilweise parallel.
Und die kann man auch zusammenfassen,
noch weiter differenzieren.
Das ist jetzt der heutige Stand.
Das verändert sich auch bei mir immer wieder,
wie ich das definiere.
Also der erste Schritt ist auf jeden Fall,
sich zu informieren,
die Informationen einholen,
zu teilen,
zu prozessieren gemeinsam,
damit eben einfach so,
ja, damit man,
damit das Paar einfach weiß,
worüber reden wir hier,
wo stehen wir,
was ist,
was gibt es an zusätzlichen Hilfestellungen.
Also so ein bisschen lernen,
so was,
so ein bisschen Theorie,
zur Schule gehen.
Der zweite Schritt ist so ein bisschen
die Einschätzung,
die gemeinsame,
wo stehe ich da,
was sind meine Gefühle dazu,
welchen Bindungsstil habe ich,
welches Zeitkontingent wünschen wir uns
oder haben wir reell,
welches Zeitkontingent
darf mit anderen Menschen verbracht werden,
welche Aspekte bleiben exklusiv,
das hatte ich gerade schon angesprochen,
aber das dann zu konkretisieren,
wäre der zweite Schritt nach der Information
und auch mal eine Einschätzung
miteinander zu teilen,
wo findet wer denn eigentlich Menschen dazu,
nicht exklusiv zu leben,
denn der Beschluss alleine reicht ja nicht.
Der dritte Schritt wäre dann,
dass gemeinschaftlich ein vorübergehendes Ziel
oder eine gemeinschaftlich vorübergehende Form
beschlossen wird,
also wirklich ein Beschluss,
ehrlich und offen und sehr konkret,
wohin wollen wir,
was ist das Ziel unserer Sache
und nicht nur sagen,
wir wollen öffnen,
sondern wollen wir eine offene Beziehung.
Ich habe ja die fünf, sechs Kategorien genannt,
wie viel Exklusivität soll bleiben
oder auch,
welche Beziehungsform wünschen wir uns
allerdings dann wirklich sehr konkret.
Nicht nur sagen,
ich wünsche mir eine offene Beziehung,
sondern konkret auch mal beschreiben,
was das im Alltag heißt,
damit ihr sicherstellen könnt,
dass ihr das Gleiche meint,
wenn ihr das gleiche Wort benutzt.
Das ist nämlich an dieser Stelle der Punkt,
wo es häufig schief geht.
Dann haben wir als vierten Punkt,
ganz konkret die Absprachen zu treffen.
Also wir haben eine Form beschlossen
und was für Absprachen brauchen wir da.
Also zum Beispiel küssen ist okay,
Penis in Vagina,
Sex nicht.
Safer Sex bedeutet,
an den und den Stellen benutzen wir Barrieren.
Das bedeutet auch,
darüber zu sprechen,
wie oft,
also was für ein Testkonzept es gibt
oder ob es keines geben soll.
Aber auch Absprachen,
die sehr viel schlechter fassbar sind,
wie küssen,
ja oder nein.
sondern auch zu gucken,
okay,
wie oft darf sich denn getroffen werden
oder wie oft,
was glauben wir,
was sinnvoll ist,
was glauben wir,
was wir schaffen gemeinsam.
Das ist manchmal gar nicht so einfach
und definierbar.
Darf es romantische Gefühle geben,
ja oder nein?
Das sollte die absprechen,
aber die,
also so richtig definieren
und greifen kann,
das natürlich niemand.
Trotzdem ist es wichtig,
darüber zu reden
und bei den Absprachen eben auch
darüber zu reden,
wie gehen wir mit vermeintlichen Fehlern um,
ob das dann ein Fehler ist oder nicht.
Können wir drüber streiten,
weil ich bin ja nicht so der große Freund von Fehlern
oder von dem Wort Fehler.
Aber wenn,
wenn eine Erwartung nicht erfüllt wurde
oder es eine Enttäuschung gab,
wie gehen wir damit um?
Ist das dann gleich das Ende der Beziehung
oder können wir ins Wohlwollen gehen?
Das ist ein ganz wichtiger Punkt.
Und auch bei den Absprachen
sollte eine Rolle spielen,
wie soll die Infoweitergabe
bezüglich der Außenkontakte sein?
Also sowohl,
was darf die Außenperson
über die Ausgangsbeziehung wissen
oder als auch,
was,
wie viel redet wer mit wem?
Was darf geteilt werden?
Welcher Aspekt?
Ich Botschaften,
du Privatsphäre,
all diese Sachen sollten auf jeden Fall
auch mal angesprochen werden.
Und am besten so lange diskutieren,
bis eine wirkliche Regelung gefunden werden kann
oder eine Absprache gefunden werden kann,
auf die sich beide erstmal committen können,
ohne da etwas in Stein meißeln zu wollen.
Denn man kann Beziehungen,
Mensch kann Beziehungen nicht am Reißbrett planen.
Da passieren manchmal Dinge
und aber trotzdem können wir uns ja
erstmal auf etwas einigen
und zusehen,
dass wir da das Gleiche versuchen.
Genau, der fünfte Schritt wäre dann,
Wenn-Dann-Szenarien durchsprechen.
Also was ist,
wenn eine Person ganz viele Anfragen hat,
die andere nicht?
Was ist,
wenn es doch versehentlich Gefühle gibt?
Bedeutet das totaler Kontaktabbruch
oder darf man dann nochmal hinterfragen?
Also wenn dann Szenarien durchsprechen,
da dürft ihr gerne viel Zeit drauf verwenden.
Dann wäre es günstig,
als Schritt sechs
einen ungefähren Zeitplan zu machen.
Also zum Beispiel auch aufzuschreiben,
wann möchten wir nochmal
über die Absprachen sprechen?
Wann gibt es welche nächsten Schritte?
Möchten wir sofort alles
oder nur teilweise öffnen?
Und da ist es auch wichtig,
die Tempounterschiede zu benennen
und einen Umgang zu finden,
weil es wird sicherlich Menschen geben
in einer Konstellation,
die es sehr eilig haben
und andere,
die es gar nicht eilig haben.
Und da einen Common Ground zu finden,
ist ganz wichtig.
Dann als Schritt sieben,
da wäre dann der eigentliche Akt,
Wir beschließen ab heute,
ist das und das in Ordnung
und handeln auch danach.
Also ein Joy-Club-Profil
oder auf Stammtische gehen
oder im Umfeld schauen,
welche Personen in Frage kommen,
vielleicht einen alten Kontakt
zu aktivieren, reaktivieren.
Also das ist dann der Öffnungsakt.
Und nach der Beziehungsöffnung
ist es wichtig,
immer wieder einzuchecken
und gemeinsam zu verdauen,
miteinander zu reden,
wie es geht
und Unwohlsein auszudrücken,
zu gucken.
Im Idealfall wisst ihr schon,
was das bedeutet
oder was daraus erwächst,
weil ihr das in den Absprachen
geklärt habt.
Also einfach da gemeinsam
im Prozess zu bleiben,
ist ganz wichtig.
Immer wieder darüber zu reden,
wie geht es dir damit?
So.
Und als Schritt neun
habe ich aufgeschrieben,
dass wenn dann da
gemeinsam drüber verdaut wird,
auch geschaut wird,
wollen wir nachjustieren.
Und ehrlich gesagt,
ist das ziemlich üblich,
da ja nachzujustieren.
Und es sollte so lange
nachjustiert werden,
bis es für den Moment,
für beide passt.
Und das ist aber vermutlich
kein Dauerzustand,
weil es gibt immer wieder Phasen,
wo es eher monogam ist,
wo die Liebe dann wieder so doll ist,
dass nichts anderes gebraucht wird
von der einen Seite,
von der anderen Seite.
Das Ganze ist ein fluides Konzept.
Und da miteinander
in Kontakt zu bleiben
und zu wissen,
wo steht die andere Person gerade,
ist super wichtig.
So,
das sind die Schritte
eins bis neun.
Ich wiederhole sie nochmal.
Als erstes
Informationen einholen
und teilen,
also ein bisschen lernen.
Als zweites
die Einschätzung
dessen,
was gewollt und möglich ist
und wo Menschen herkommen.
Als drittes
ein vorübergehendes Ziel
oder eine Zielform
beschließen
und da ruhig,
ehrlich und offen sein.
Als viertes
Absprachen zu treffen,
sehr konkrete,
was ist erlaubt,
was nicht,
aber auch drüber zu reden,
Umgang mit Fehlern,
die Info-Weitergabe
bezüglich der Außenkontakte.
Als fünften Schritt
so viel wie möglich
die Wenn-Dann-Szenarien
durchsprechen.
Als sechstes
einen ungefähren Zeitplan machen,
auch wann wieder
darüber gesprochen wird.
Der siebte Schritt
ist dann tatsächlich
der Beschluss.
Also ab heute,
ab 1. April
sind wir offen
und handeln auch entsprechend.
Der achte Schritt
ist dann immer wieder
zu schauen,
okay,
wie geht's dir?
Können wir da
gemeinsam verdauen?
Und als neunten Schritt
habe ich aufgeschrieben,
so lange nachzujustieren,
bis es für den Moment
für beide passt.
Es ist also viel
vorher und nachher dabei
und das ist natürlich
nur ein Idealszenario.
Die Realität
sieht ganz anders aus.
Die Leute öffnen einfach,
weil sie denken,
es ist ja nur ein bisschen
Nicht-Exklusivität
und das verstehe ich auch,
ist mir auch so gegangen.
Aber da klar zu haben,
das ist ein langer Prozess,
das ist einfach total wichtig.
Und parallel zu all dem
ist es wichtig,
sich immer wieder klar zu machen,
das ist ein Kulturwechsel.
Und dabei im Kopf zu behalten,
dass ich da immer wieder
auf mein Mindset gucken darf,
also jede von den Personen
als erstes drauf zu gucken,
was für einen neuen Umgang
gibt es eigentlich
bei Mono zu Poly
mit Transparenz,
mit Freiwilligkeit,
mit Wohlwollen,
mit Eigenverantwortung,
mit Selbstfürsorge,
sind die Punkte,
die ich immer wieder nenne
für das Bauen einer
für alle sinnvollen Beziehung.
Der zweite Schritt
bei der Mindset-Arbeit
ist die Aufarbeitung
von inneren und äußeren Ablehnungen,
also in mir,
Ablehnung gegen mich selbst,
dass ich so viel will,
aber auch die Ablehnung
von außen,
Stigmatisierung,
die Annahme der Andersartigkeit
und auch den Abschied
vom Besitzdenken
und anderen monogamen Stilblüten.
Das gehört halt auch dazu,
also wenn ich auf das Thema
Annahme gucke.
Und als dritten Schritt
beim Thema Mindset-Arbeit
geht es darum,
sich selbst kennenzulernen
mit den eigenen Wünschen
und Bedürfnissen,
so dass es individuell passende
und trotzdem flexible Modelle gibt.
Das ist die Mindset-Arbeit,
die parallel passieren sollte
bei den neuen Schritten
der Öffnung.
Okay, als nächstes.
So, der nächste Punkt
ist die Frage,
worauf wir achten sollten,
also welche Punkte
immer wieder für Probleme sorgen
oder wo es sinnvoll ist,
ein Auge hinzuwerfen,
zu schauen.
Da wäre das erste,
auf Missstimmungen zu gucken
und früh zu erkennen,
wenn jemand
ein Beziehungskonto aufmacht,
also sich ungerecht behandelt fühlt
und dann auch einen Umgang damit finden,
wenn es solche Missstimmungen gibt
und dann auch wirklich,
wenn Ergebnisse da sind
und klar ist,
welche Auswirkungen
das auf den Prozess hat,
das auch zu teilen
und sich bewusst zu machen.
Ein weiterer Punkt,
der hilfreich ist,
ist immer wieder einzuchecken,
ob ihr noch im Plan seid
und das Gleiche wollt,
weil wenn ihr euch
mit so einem komplexen Thema beschäftigt,
dann verändern sich auch Meinungen
über die Zeit,
werden mehr Erkenntnisse da sein
und mehr Erkenntnisse geteilt,
sodass die Meinung,
was ist denn eigentlich
eine offene Beziehung,
woran mache ich das fest,
sich über die Zeit
auch verändern kann
und da drauf zu gucken,
ob ihr da immer noch
das Gleiche wollt,
ist total wichtig.
Dann ist es wichtig,
immer wieder allein
und miteinander
den gefühlten Status
aller Beteiligten
und auch die Gefühle
gegenüber Dritten zu checken.
Also immer wieder zu gucken,
stimmt das noch,
was wir verabredet haben,
ist zum Beispiel,
wenn wir vereinbaren,
die Lebensgemeinschaft bleibt.
Es gibt keine
nicht hierarchischen Beziehungen,
ist das für alle
immer wieder immer gleich.
Also ist die neue Liebe,
die es gibt,
tatsächlich auch,
wenn der Sog vielleicht
größer ist vom Status her,
immer noch da,
wo sie sein soll
und fühle ich mich auch
immer noch in der
gleichen Partnerschaft.
Und da darf ich auch gucken,
dass ich die Beeinflussbarkeit
von allem,
was ich so habe,
nutze,
um die Stati sicherzustellen.
Also die Menge,
die Art und die Frequenz
aller Kontakte
und Gedanken
bezogen auf alle Personen
ist da entscheidend,
welchen Status ich fühle
und da zu gucken,
okay,
dass ich immer wieder gucke,
welche Möglichkeiten habe ich,
die den Status,
den wir eigentlich auch haben
in unserem Plan,
sicherzustellen.
Dann ist es wichtig,
immer wieder die Verantwortlichkeiten
zu checken,
also wer oder was
beeinflusst eigentlich
die Gefühle,
wer ist dafür verantwortlich,
die Gefühle einzufangen,
wie viel Eigenverantwortung
gibt es,
das ist wirklich super,
super wichtig.
Gerade bei Eifersucht
ist es eben wichtig,
klar zu haben,
dass Eifersucht
die Aufgabe und Verantwortung
der eifersüchtigen Person ist,
dass aber gleichzeitig
das eine Teamaufgabe ist
und ich mir da
Unterstützung holen
und auch nutzen kann
und sollte,
intern und extern.
ja,
also,
dass beide sich wohlfühlen
in der ganzen Sache,
das ist eine Teamgeschichte,
aber da ist es schon wichtig,
immer wieder zu gucken,
dass die Verantwortlichkeiten
nicht durcheinander gehen
und dass,
wie es beim Veto-Recht der Fall ist,
die Verantwortung wird da ja
auf anders geregelt
oder die Verantwortung
wird da übergeben,
indem ich halt sage,
mir geht es schlecht,
wenn du das und das tust,
also unterbinde ich das.
Ja,
und das sollte eben
immer wieder hinterfragt werden,
weil nur eine langfristige Lösung
die Person mit den Gefühlen
kümmert sich um diese Gefühle
und holt sich die Unterstützung,
die sie braucht,
auch vom Beziehungspartner.
Nur eine nachhaltige Lösung
sorgt dafür,
dass ihr auch in ein paar Jahren
noch glücklich damit seid.
Worauf solltet ihr noch achten?
Ihr solltet immer wieder checken,
ob das Teamgefühl noch da ist,
ob es noch Wohlwollen gibt
und Transparenz und Vertrauen
oder ob es vielleicht
eine Missgunst,
ein Misstrauen
und ein Kampfgefühl gibt.
Dann ist es wirklich sinnvoll,
mal innezuhalten
und ein bisschen Beziehungspflege
zu betreiben,
anzuordnen,
zu gucken,
dass wir schöne Zeit miteinander
haben,
dass es einfach
eine richtig gute,
schöne,
leichte,
gefühlte Verbindung gibt.
Und Beziehungspflege bedeutet eben auch,
dass ihr miteinander in Kontakt geht,
sowohl körperlich
als auch emotional
über Reden,
über Körperkontakt,
aber auch über gemeinsame Aktivitäten,
gemeinsam Erreichtes
und immer wieder
Verbindungsangebote machen.
Denn das,
was hier bei dem Teamgefühl
wirklich wichtig ist,
ist,
dass ihr dahin kommt,
dass ihr jeden Tag
mehrfach die Verbindung
zu euren Herzensmenschen,
ob das jetzt die Bestandsbeziehung
oder die neue ist,
fühlt
und ein Gefühl dafür bekommt,
was bedeutet das mir gerade eigentlich?
Und was machen wir,
wenn Wünsche sich ändern,
wenn wir bei dem
Draufachten feststellen,
oh, oh, oh,
da sind wir aber nicht mehr
auf der gleichen Seite
und da gibt es ungünstige Gefühle,
da ist es dann total sinnvoll,
auf die Bedürfnissebene zu gehen
und zu gucken,
wohlwollend und geduldig,
wie wir da wieder
in einen guten,
gemeinsamen Verhandlungsraum
und in eine gute Einigkeit
kommen können.
Ja,
also Wünsche dürfen sich ändern,
aber wichtig ist eben,
dass da weiterhin
eine Einvernehmlichkeit gibt
und dass so lange verhandelt wird,
bis beide damit
einigermaßen zufrieden sind
oder zumindest die Unzufriedenheit
nicht so groß ist,
dass es ein Dealbreaker ist.
Genau.
So,
was ist jetzt das Fazit?
Ich wiederhole nochmal,
worüber ich die ganze Zeit
oder worüber ich jetzt gesprochen habe.
Wir haben einmal
auf die Definition
der Beziehungsöffnung geschaut,
auf die Möglichkeiten,
die es gibt,
also wie viele nicht-exklusive Elemente
gibt es eigentlich
und ich habe darauf geschaut,
dass die Beziehungsöffnung,
also der Prozess ist,
die alte Beziehung zu verlassen
und eine neue zu bauen.
Es ist ein Paradigmenwechsel
und das darf auch Würdigung erhalten.
Das ist halt nicht mal eben.
Also vielleicht noch gemeinsam
beim Sex zuschauen
oder zuschauen lassen.
Da weiß ich nicht,
ob man dann wirklich
einen Kulturwechsel vollzieht,
aber spätestens
bei einer zusätzlichen
emotionalen Bindung
ist es wichtig,
darauf zu gucken,
was sich eigentlich
alles verändert dadurch.
Dann habe ich über
den Öffnungsakt
selber gesprochen,
habe neun Punkte genannt,
vom Wissenslernen
bis hin zum Nachjustieren
und habe darauf hingewiesen,
dass es da auch einfach
ein paar Aspekte
im Mindset gibt,
auf die geachtet werden soll.
vom neuen Umgang
mit den einzelnen Aspekten
über Abschied,
Akzeptanz und Annahme
und aber auch
über das Sich-Kennenlernen.
Und dann habe ich zum Schluss
darüber gesprochen,
worauf wir achten können,
wenn wir im Prozess
der Öffnung sind.
Und da ist es mir
am wichtigsten zu sagen,
dass das immer wieder checken,
sind wir noch im Teamgefühl,
im Vertrauen,
dass das essentiell ist,
damit eben im Zweifelsfall
innegehalten werden kann,
damit die Verbindung
wieder gefühlt werden kann.
Und mein Fazit ist,
wie schwer und wie umfangreich
das Ganze ist,
das hängt davon ab,
von wo du kommst
und wie clean deine Partnerschaft ist.
Also wenn ihr eine gute Transparenz,
ein gutes Wohlwollen,
eine gute Freiwilligkeit,
Selbstverantwortung
und eine gute Selbstfürsorge habt,
dann habt ihr sicherlich
wesentlich weniger zu tun,
als wenn ihr da schon Probleme habt.
Denn letztendlich ist es so,
wenn ich monogam bin,
dann benutzt gerne das Bild
eines Pullovers,
den ich stricken darf.
Wenn ich in einer Monogamie bin,
stricke ich einen Pullover.
Entsprechend kann ich mich
darauf konzentrieren.
Ich kann Zeit da rein investieren,
woher ich die Wolle kriege,
wie ich stricken kann,
dass es mir nicht zu viel Arbeit macht
und so weiter.
Ich kann mich da ganz
darauf konzentrieren.
Wenn ich aber mehrere Pullover stricken,
Parallel stricken darf,
weil ich eben mehrere Kontakte habe,
dann muss ich schon mehr
auf meine Ressourcen gucken.
Ich muss schon mehr darauf achten,
dass ich effizient arbeite,
dass ich meine Zeit effizient nutze
und dass ich nicht allzu viele Fehler mache,
damit ich mich so viel
wieder aufgribbeln muss.
Also das ist schon etwas,
was ich im Kopf behalten darf,
dass je besser ich im Pullover stricken bin,
desto weniger arbeite ich,
habe ich auch in der Beziehungsöffnung.
Und deswegen wäre es gut,
wenn die Partnerschaft vorher
durchaus mal angeschaut wird.
Das habe ich aber in den vorherigen Folgen
schon aufgemacht.
Jetzt gibt es noch ein paar Bücherempfehlungen
und zwar gibt es das Buch
von Mono zu Poly von Mona Lohr.
Ich habe das selber nicht von vorne
bis hinten durchgelesen.
Ich glaube aber,
für einen Einstieg ist das ganz nett.
Es ist sehr kurz und knackig
und hat ein paar Listen,
die vielleicht hilfreich sein können,
vielleicht nicht.
Es ist natürlich super wichtig,
das Werk Poly-Secure
gibt es auch als Workbook.
Mittlerweile gibt es auch auf Deutsch.
Das ist total hilfreich.
Was ich total schön finde,
einfach mal auf Beziehungen
insgesamt zu gucken
und wie kann ich öffnen.
Also mir macht das,
dieses Buch einfach total Freude.
Happy End Liebe
im Postfeminismus von Jana Scherle.
die hat einmal einen ganz kurzen,
knappen, aber sehr intensiven Aufriss davon,
was eigentlich offene und geschlossene Beziehungen sind,
wenn ich das richtig verstehe.
Und da können natürlich aber auch andere Meinungen drüber bestehen.
Aber es ist ganz,
wenn man sich mit dem Thema beschäftigt,
ist es einfach ein nettes Werk,
da einmal allumfassend drauf zu gucken,
was ich eigentlich will.
Und natürlich seien nochmal die Folgen
10, 35 und 3 empfohlen.
So, das war's für heute von Mono, Poly & Co.
Und ich möchte das Ende der Folge nutzen,
um dich nochmal zu Feedback zu animieren.
Diesmal würden wir uns freuen,
wenn es ein bisschen Feedback zu den Praxisfolgen gibt,
weil da gibt es sehr gemischtes Feedback zu.
Und vielleicht habt ihr ja Lust,
uns ein bisschen zu erzählen,
wie die noch besser,
noch griffiger,
noch knackiger werden könnten.
So, und jetzt wünsche ich einen fantastischen Tag.
Bis dann.
Schön, dass du bei der heutigen Folge
dabei warst.
Wir freuen uns,
wenn du etwas Wertvolles mitnehmen konntest.
Vielleicht magst du es dir kurz notieren?
Was hat dich bewegt?
Gab es einen Aha-Moment?
Möchtest du etwas vom Gesagten umsetzen?
Möchtest du uns dazu etwas mitteilen?
Dann schreib uns unter
podcast@sonjajuengling.de
oder auf instagram.
@mopoco_podcast.
Wir sind total dankbar,
wenn du uns Hinweise oder Tipps gibst,
die den Podcast verbessern
oder meine Arbeit ergänzen können.
Und wir sind dankbar,
wenn du uns unterstützt,
finanziell oder ganz praktisch
und wenn du uns weiterempfiehlst.
Alle Infos dazu findest du unter
mono-poly-co.letscast.fm
Und wir freuen uns,
wenn du ganz viel Wohlwollen
in die Welt und in dein Herz trägst.
Denn jede Person darf fühlen,
was sie fühlt
und hat gute Gründe
für alles, was sie tut.
Also begegne jeder Person
mit Wohlwollen,
auch ganz besonders dir.
Lass uns die Welt
liebevoller und verständnisvoller machen.
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