Mono, Poly & Co

Dein Wissens-Podcast rund um Beziehungsgestaltung

#150 - Ghosting - was steckt dahinter und wie geh ich damit um?

Raus aus der Hilflosigkeit

01.11.2026 38 min

Zusammenfassung & Show Notes

Ghosting schmerzt: Was steckt dahinter und was hilft dir konkret? Sonja erklärt Ursachen, erste Schritte und Selbstfürsorge.

In dieser Folge spricht Sonja über Ghosting, den plötzlichen, wortlosen Kontaktabbruch ohne Erklärung, in Dating, Freundschaften, am Arbeitsplatz oder bei Vermietungen. Du erfährst, warum die Unklarheit so belastet, welche Motive hinter Ghosting stecken können und wie du dir mit klaren Schritten, Selbstempathie und Abschiedsritualen wieder Handlungsfähigkeit zurückholst.

⚠️ Hinweis: Es geht um emotional belastende Erfahrungen wie Ausschluss, Ohnmacht und Trauer. Bitte pass gut auf dich auf und mach Pausen, wenn du sie brauchst.

📌 Themen dieser Folge:

  • Was ist Ghosting? Definition, Merkmale und Ausprägungen

  • Warum Ghosting so weh tut: Unklarheit, Machtlosigkeit, Ausschluss, Selbstvorwürfe, „kalter Entzug“, Bindungsstil

  • Wer ghostet – mögliche Motive: Vermeidung, Angst/Scham, Überforderung, Fehleinschätzung, Neurodivergenz; Narzissmus ist nicht die einzige Erklärung

  • Warum Ghosting häufiger wird: digitale Kommunikation, Konfliktvermeidung, Belastung, (fehlangepasste) Selbstregulation

  • Erste Schritte bei Verdacht: freundlich einmal nachfragen, Frist setzen, ggf. Medium wechseln – dann Entscheidung treffen

  • Selbstwirksamkeit & Grenzen: eigener Abschluss, klare Abschiedsnachricht, nicht hinterherlaufen, Trigger entfernen

  • Emotionale Verarbeitung: Abschieds- oder Wutbrief (ungesendet), Raum für Trauer, Selbstfürsorge, GFK-Tools, Grübeln unterbrechen

  • Systemische Perspektive: Perspektivwechsel und Hilfe für andere; Fazit und Ermutigung

💡 Das Wichtigste in Kürze

  • Ghosting = Ende ohne Abschluss; die Unklarheit ist der zentrale Schmerzfaktor.

  • Einmalig klar und freundlich nachfragen, Frist setzen – dann loslassen.

  • Motive sind vielfältig (Vermeidung, Angst, Überforderung, Neurodivergenz); böswillige Absicht ist nicht immer der Grund.

  • Biologisch und psychologisch belastend: Entzugs- und Ausschlusserleben verstärken Trauer.

  • Grenzen setzen, eigenen Abschluss schaffen, Trigger entfernen.

  • Selbstempathie, Trauerräume und praktische Selbstfürsorge unterstützen Heilung.

  • Perspektivwechsel (Was bräuchte ein Freund in dieser Lage?) erleichtert fürsorgliche Schritte.

🔗 Links & Ressourcen zur Folge:

  • Tina Soliman – Buch mit Interviews und Einordnungen zum Thema Ghosting

  • Malteser – verständlicher Überblicksartikel zu Ghosting

  • Terra X – gut aufbereiteter Beitrag zum Thema Ghosting

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Transkript

Willkommen bei Mono, Poly & Co., dem Non-Profit-Wissens-Podcast für Beziehungen in allen Formen. Ich bin Sonja Jüngling, Paar- und Sexualberaterin und außerdem Beziehungsbegeisterte, Abenteurerin und Gegensatzaushalterin. Mein wundervolles Team und ich liefern dir frei Haus und kostenlos alles, was du für die individuelle Gestaltung deiner Beziehungen benötigst. Mit ganz praktischen Tipps, Insights und Interviews. Schön, dass du für dich losgehst. Nutz gern zusätzliche Unterstützungsangebote und schaff Raum für das, was dich bewegt. Und nun viel Spaß mit der heutigen Folge. Guten Tag zusammen und herzlich willkommen zu einer neuen Themenfolge hier bei MoPoCo. Heute geht es ums Ghosting, also um wortlosen Kontaktabbruch. Du solltest diese Folge hören, wenn dir das schon mal passiert ist und oder wenn du Tipps brauchst und oder wenn du es verstehen oder dich darauf vorbereiten willst, denn es passiert immer häufiger und in immer mehr Kontexten, also in immer mehr unterschiedlichen Situationen. Da komme ich aber gleich zu. Ich bereite mich ja ganz bewusst ohne KI auf solche Folgen vor und ich bin diesmal besonders dankbar dafür, weil mir sonst entgangen wäre, wer sich überhaupt mit diesem Phänomen beschäftigt, weil die ersten paar Suchergebnisse sind tatsächlich Krankenkassen, Hilfsorganisationen, die Malteser zum Beispiel, Telefonseelsorge, Plattformen, die Psychotherapie verbreiten. Also das scheint ein wirklich schwerwiegendes Phänomen zu sein, wo Menschen einfach wirklich Probleme haben, mit umzugehen. Auch bei Suizid-Hotlines ist das immer wieder Thema und deswegen war es höchste Zeit, dass wir diese Folge machen. Ich danke euch für euren Input. Das kam nämlich aus der Hörendenschaft von einer Freundin und aus dem Podcast-Team. Es wurde also Zeit. Und damit ihr einsortieren könnt, wie so mein Wissensstand ist. Also meine Berührungspunkte sind persönlicher Natur. Also ich bin schon ein paar Mal geghostet worden. Ich glaube nicht, dass ich geghostet habe. Ich hoffe es zumindest nicht. Allerdings, da komme ich auch später noch zu Neurodivergenz und etwas vergessen, kann sich schon mal so anfühlen. Außerdem passiert mir das natürlich immer wieder oder begegnet mir das immer wieder in der Beratung. Vor allen Dingen von Männern, die sich im Datingpool bewegen, weil die immer wieder erzählen, wie schwierig das ist, eine Antwort zu bekommen. Und mir begegnet es in der Beratung ganz oft, wenn es Menschen gibt, die Konflikte vermeiden. Das ist dann zwar nicht das klassische Ghosting, was das ist, das erzähle ich gleich noch. Aber es kann sich eben genauso anfühlen. Ein weiterer Grund dafür, warum wir diese Folge machen, ist, dass es gar nicht so viele Quellen gibt, vor allen Dingen nicht im Podcast-Bereich. Also es gibt so verschiedene kleine Filmchen und es gibt auch ein paar Spezialistys, die sich damit beschäftigt haben. Aber es ist gar nicht so viel Information auffindbar und die verweisen alle irgendwie aufeinander gegenseitig und auf dieselben Quellen. Das heißt, ich werde heute auch ganz viel so meine persönliche Sicht der Dinge mit reinbringen, weil dieses Phänomen einfach noch nicht gut genug untersucht wurde. Ich gebe wie immer auch einen Ausblick. Ich spreche heute darüber, natürlich wie immer, die Definition, was ist Ghosting überhaupt, worüber rede ich. Dann spreche ich darüber, warum schmerzt das so besonders schlimm, warum wird geghostet und wer macht das überhaupt. Und dann spreche ich natürlich auch darüber, wie du damit umgehen kannst und was da, also ich gebe Tipps und benenne aber auch Challenges. Und dann gibt es natürlich wie immer auch ein Fazit. Und bevor ich jetzt starte, möchte ich noch eben die Quellen benennen, die ich sehr hilfreich fand. Also es gibt einmal das Buch von Tina Soliman. Das habe ich allerdings nicht angeschaut. Ich habe mir nicht mal das Inhaltsverzeichnis angeschaut. Ich weiß also nicht, wie gut es ist. Allerdings hat sie ganz viele Menschen befragt dazu. Und du kannst ja mal reinschauen, ob das was für dich ist. Das kommt natürlich auch in die Shownotes. Dann habe ich ein paar nette Filmchen gesehen. Die beiden, die mir am besten gefallen haben, die mir auch ziemlich frühzeitig angeboten wurden, waren ein Film von Studyflix und ein Film von den Maltesern beziehungsweise Terra X. Also die Malteser haben einen guten Artikel dazu, genauso wie die Barmer zum Beispiel. Aber der Film ist von Terra X und der ist, finde ich, ganz gut aufbereitet. Wenn du eine gute Quelle hast, wo du sagst, das ist der heiße Scheiß, sag uns das gern, dann schreiben wir das mit in die Shownotes, auch im Nachgang. So, dann starte ich mal mit der Definition. Also die ganz klassische Definition ist, dass es ein Beziehungsende mit plötzlichem Kontaktabbruch ist. Also ganz klassisch im Dating, Menschen schreiben miteinander und eine Person beschließt, dass das nicht weitergeht und antwortet nicht mehr, blockiert auf allen möglichen Kanälen, ist nicht mehr verfügbar. Das ist also ganz, ganz plötzlich und ganz ohne Vorwarnung. Und unter Umständen kann es sein, dass das gar nicht so schwierig ist, aber das kann sich schon auch sehr schwierig anfühlen, warum erkläre ich später, aber was eben ich in letzter Zeit immer wieder, bemerke und auch in meiner Beratung immer wieder mitkriege und in meinem Umfeld ist, dass auch in etwas längeren Beziehungen oder Freundschaften geghostet werden kann. Dann gibt es einen Konflikt und dann taucht die Person ab, manchmal für immer, oft aber für eine lange Zeit. Das ist natürlich kein klassisches Ghosting, Das ist eher Vermeidungsverhalten und ungünstiges Bindungsverhalten. Und gleichzeitig macht es die gleichen Gefühle wie ein klassisches Ghosting. Was halt alles vereint, also das Ghosting im Dating-Kontext, was so ganz plötzlich und wirklich mit Blockieren und so ist und was aber auch in etwas längeren Beziehungen oder Freundschaften passiert, also das, was das vereint, ist diese Unklarheit. Eine Person bricht die Beziehung ab und erklärt nicht, warum. Das heißt, es gibt ein Ende von etwas, das uns sehr wichtig war vielleicht, aber ohne einen Abschluss. Dieses Ende ohne Abschluss, diese Unklarheit, das ist eigentlich das Schmerzhafte und das ist das, was ich als Definitionskriterium für Ghosting nehme. Das ist sicherlich nicht das, was in der klassischen Literatur empfohlen wird, weil da geht es tatsächlich um endgültigen Kontaktabbruch ganz plötzlich mit, keiner Möglichkeit des Nachgreifens. In Freundinnenschaften ist es ja so, dass oft schon die Möglichkeit besteht, jemanden nochmal zu erreichen, dass dann aber immer wieder gesagt wird, ich möchte nicht drüber reden. Und das, wenn ich sehr hartnäckig bin, dass es dann doch manchmal sein kann, dass ich noch eine Antwort bekomme. Was ich in der Einleitung schon gesagt habe, ist, dass es auch mittlerweile auf andere Bereiche sich ausweitet. Also Arbeitgebende und Arbeitnehmende berichten auch, dass geghostet wird, dass sie also zum Beispiel nach Bewerbungsverfahren keine Nachricht bekommen oder nicht mehr verfügbar sind. Dass dann also wirklich auch gar keine Möglichkeit mehr besteht, eine Antwort zu bekommen. Und auch bei Vermietungen, also im Grunde genommen überall dort, Wo es eigentlich eine verbindliche Verbindung gibt in Beziehungen oder durch Verträge, kann geghostet werden und keine Antwort gegeben werden und das weitet sich immer mehr aus. Und dadurch, dass unsere Welt so schnell und bequem viel digitalisiert ist, steigen die Zahlen und die Kontexte schnell. Die Zahlen, die ich gefunden habe, schwanken sehr und wie gesagt, berufen sich viel aufeinander. Deswegen kann ich da nichts zu sagen, wie relevant die sind, weil mein Gefühl ist, dass es mehr ist. Das kommt aber vielleicht darauf an, wie ich den Kontext werte. Also wenn ich von ganz klassischem Ghosting ausgehe, in Dating-Plattformen mit absolutem Kontaktabbruch, dann sind es vielleicht nur 25 Prozent, weil ja auch nicht jede Person im Dating ist. Aber das ist jedenfalls die Zahl, die ich gefunden habe, dass es ungefähr 25 Prozent sind, die das schon mal erlebt haben, also ein Viertel der Menschen. Und dass es im Dating so ist, dass Frauen häufiger ghosten als Männer. Das ist natürlich wieder eine sehr binäre Sichtweise und das kann man sicherlich hinterfragen und gleichzeitig deckt sich das mit meinen Erfahrungen, weil. Es meistens so ist, dass weiblich gelesene Personen eher angeschrieben werden und männlich gelesene Personen eher anschreiben und dass da so ein kleiner Krieg herrscht, in dem die Frauen einen großen Anspruch an Kommunikation haben und die Männer dem oft nicht folgen können oder wollen. Die haben einfach oft einfach ein anderes Kommunikationsverhalten. Die männlich sozialisierte Menschen funktionieren kommunikativ eher über Bilder und nonverbale Signale und das Wesentliche wird nicht ausgesprochen. Und das, was sie sprechen, das ist eher nicht mit Emotionen verknüpft. Das ist aber meine ganz persönliche Erfahrung. Ob das immer so ist, kann ich nicht sagen. Und das ist natürlich auch eine totale Pauschalisierung, die im Alltag vermutlich nicht immer so haltbar ist. Aber das ist meine ganz persönliche Erklärung dafür, warum oft mehr Frauen ghosten als Männer laut dieser Umfrage. Und ich bin immer noch bei der Definition und möchte an der Stelle bemerken, dass das Ghosting eine besondere Trennung ist. Also es ist eine Trennung, die besonders drastisch durchgezogen wird. Und ich spreche heute über diese besonders drastische Art der Kommunikation und nicht über das Ende der Beziehung. Und gleichzeitig lässt sich das natürlich nicht trennen, denn der Schmerz über das Ende der Beziehung läuft in diesem Schmerz natürlich immer mit. So, das war die Definition. Dann, warum schmerzt das so, ist mein nächster Punkt. Also alles Schlimme ist schwerer auszuhalten, wenn ich es nicht verstehe und mich hilflos fühle. Und das ist beides beim Ghosting der Fall. Ich verstehe nicht, was los ist und ich habe das Gefühl, ich kann gar nichts tun. Und das ist einfach, also Machtlosigkeit und Hilflosigkeit ist eins der quälendsten Dinge, die wir als Menschen erleben können. Und diese Unklarheit, die hält uns in der Zweifel- beziehungsweise kämpfenden Phase. In diesem Terra-X-Film wird von fünf Phasen der Trennung berichtet und dieses unklare, ich kriege noch gar nicht so mit, ist das hier Trennung, ja oder nein? Und dieses, ich will das nicht, dass es eine Trennung gibt, das sind zwei Phasen und in diesen beiden Phasen hänge ich irgendwie fest. Ich habe das an keiner anderen Stelle gefunden, deswegen ist das mit Vorsicht zu genießen. Wenn du da mehr drüber weißt, immer her damit. Es kommt jetzt demnächst auch wieder eine Folge zum Thema Trennung, deswegen interessiert mich das sehr. Das heißt, wir bleiben in Phasen fest, die so eine Unklarheit haben. Und das Hirn bleibt mit einer Denkaufgabe beschäftigt, weil es eben keinen Abschluss gibt, weil es keine Antwort gibt. Das ist genau der Grund, warum Affirmationen, also diese Fragen morgens so gut funktionieren, wenn wir in die Selbstwirksamkeit kommen wollen. Also dieses, und was wäre, wenn ich schön wäre? Was wäre, wenn ich heute alles schaffen würde, was ich mir vorgenommen habe? Also durch diese offene Frage ist das Hirn die ganze Zeit damit beschäftigt, eine Lösung zu finden. Und das findet auch beim Ghosting die Anwendung, weil das Hirn ist die ganze Zeit mit dieser Denkaufgabe beschäftigt, wo es keine Antwort gibt. Dann, was bei Ghosting auch schlimm sein kann, ist, dass ich ein Ausschlussgefühl habe, dass ich das Gefühl habe, aus einer Gruppe ausgestoßen zu werden, meinen Anschluss zu verlieren. Und das sind natürlich Gefühle, die wir alle schon mal erlebt haben und sich ganz, ganz schrecklich anfühlen. Das heißt, es ist so ein Urgefühl. Wir dürfen nicht ausgeschlossen sein und ich habe schlimme Erfahrungen damit. und das wird oft angetitscht und dann hat man ganz viele Trittbrett-Situationen. Warum schmerzt das noch? Wir suchen den Fehler oft bei uns, weil das das Einzige ist, wo wir Einblick haben, weil das das Einzige ist, was wir kontrollieren und wo wir uns Antworten geben können. Aber das ist natürlich fatal und richtig blöd, weil das ist ja nicht der Grund. Also ich mache das ja nicht mit dem Ghosting, das macht ja die andere Person. Ich kann natürlich irgendwie der Grund für das Beziehungsende sein, was dahinter ist. Und gleichzeitig, da ist keine Person dran schuld. Also bei Beziehungen geht es ja um Matching, darum, dass mein Scheiß zu deinem Scheiß passt. Und da kann ja keiner was für, wenn eine Person denkt, nee, das passt für mich irgendwie nicht. Aber wenn ich halt als Grund für Ghosting ein Verhalten von mir nehme, weil ich eben nur das angucken kann, das ist halt einfach schwierig, weil ich habe das ja nicht entschieden. Und alle sind sich sehr, sehr, sehr, sehr einig. Der Fehler liegt an der Stelle beim Abbrechy. Das erkläre ich dann später noch. Aber es gibt keine Strategie, keine Taktik, nichts, was dafür sorgt, dass Ghosting angemessen wäre. Es ist einfach nicht in Ordnung. Wir fühlen uns außerdem beim Ghosting total entwertet, weil ich dem Gegenüber ja offensichtlich nicht mal ein paar Worte wert bin. Entweder ich oder die Beziehung. Und das ist natürlich total entwertend und ganz schrecklich. Also den Gedanken, den Zahn möchte ich dir direkt ziehen, weil das hat damit mit deinem Wert wirklich überhaupt nichts zu tun. Das Problem liegt an der Stelle wirklich bei der ghostenden Person. Außerdem ist Ghosting kalter Entzug. Also es gibt gerade im Dating oder wenn Bindungen neu sind, gibt es ja unglaublich viel Hormon, was in dir passiert. Und plötzlich ist es einfach weg. Und dein Körper hat sich da vielleicht schon drauf eingestellt oder du hast gerade die rosa-rote Brille drauf, bist richtig verliebt, hast NRE, New Relationship Energy, dann ist natürlich so ein Ghosting total kalter Entzug. Und das ist einfach super schrecklich. Also das ist ja hormonell unterstützt, wie schrecklich das ist. Also ich habe kürzlich mit dem Rauchen aufgehört. Ja, ich habe mal wieder geraucht für ein paar Monate und habe damit wieder aufgehört und habe danach ein richtiges Tief gehabt emotional und habe mich gefragt, was ist denn hier los? Ich habe das richtig gespürt. Es war richtig körperlich. Ich bin nachts davon wach geworden. Und habe dann ein bisschen recherchiert und es ist tatsächlich eine bekannte Entzugserscheinung, auch beim Rauchen. Und also bei härteren Drogen weiß man das ja, aber auch bei so kleinen Dopamin-Kicks wie eben Messengern, da können Depressionen von ausgelöst werden oder depressionsartige Gefühle entstehen. Das ist wirklich ein kalter Entzug. Der nächste Punkt, warum das so weh tut, ist, dass wir oft einfach einen Abschluss brauchen, um in die Trauer zu kommen und eine Sache loslassen zu können. Und ich habe das schon ganz oft erwähnt, Trauer hat in unserer Gesellschaft viel zu wenig Raum und da gibt es schon ganz, ganz viele Wunden und deswegen tut das an dieser Stelle besonders weh, weil auch hier wieder Trittbrettgefühle mit eine Rolle spielen. Dann kann ein weiterer Grund dafür, dass das schmerzt, der Bindungsstil sein. Also vielleicht bin ich ein bisschen unsicher gebunden, vielleicht bin ich ängstlich gebunden und brauche eigentlich viel Bestätigung und Kontakt. Und wenn dann ein Ghosting kommt, ist das natürlich wahnsinnig anstrengend und schmerzhaft und aktiviert unser Nervensystem total, was dann einfach zusätzlich anstrengend ist. Und das, was dann noch dazu kommt, ist, was hat denn die Person bedeutet für mich? Also wenn ich einem Anfang wohnt ein Zauber inne. Ja, das Goethe, ich vergesse es immer. Nee, Fontane, glaube ich. Ist auch egal, allem Anfang wohnt ein Zauber inne. Und diese Person, die ich da neu kennenlerne, die hat ja für mich Zukunftsfantasie. Da spiele ich ja mit Ideen und denke, oh, vielleicht könnte das die Person sein, mit der ich bouldern gehe oder vielleicht könnte das die Person sein, mit der ich zusammenwohne oder vielleicht könnte das die Person sein, mit der ich Kinder kriege. Ja, und auch diese Fantasien musst du dann ja verabschieden und zwar ganz allein. Und Trauer fällt einem immer leichter, wenn man das zusammen macht. Und oft kommen wir gar nicht auf die Idee, uns andere Menschen dazu zu holen, um das zu würdigen, wie schlimm das für uns ist. Da komme ich aber ganz zum Schluss zu. Also nochmal zusammenfassend, warum schmerzt das? Alles Schlimme ist schwerer auszuhalten, wenn ich es nicht verstehe. Hilflosigkeit macht einen verrückt. Unklarheit hält uns in Zweifeln und kämpfenden Phasen fest und beschäftigt unser Hirn, sodass wir weiter mit der Sache uns beschäftigen, die uns ohnehin schmerzt. Es gibt Ausschlussgefühle, bei der es Trittbrettgefühle gibt. Wir suchen den Fehler bei uns, das ist natürlich immer Soulcrushing. Wir fühlen uns entwertet, weil wir nicht mal ein paar Worte wert sind. Wir haben einen körperlichen Entzug durch den Kontaktabbruch. Wir brauchen Abschluss, um in die Trauer kommen zu können. Und die Trauer ist ohnehin unterrepräsentiert in unserer Gesellschaft. Es könnte sein, dass du einen ängstlichen Bindungsstil hast. Dann ist Ghosting natürlich total schwierig. Und wir müssen uns ja auch von der Idee verabschieden, was wir mit dieser Person vorhatten. Das ist alles ganz schön schmerzhaft. Also das sind, Moment, drei, sechs, neun Gründe. Also kein Wunder, dass das so wehtut. Liebevolle Güte mit jeder Person, die darunter leidet und sonst stell dich nicht an, hilft da überhaupt nichts. Genau, kommen wir zum nächsten Punkt. Wer macht das und warum machen Menschen das? Also alle sind sich einig, das ist schlimm. Warum passiert das dann trotzdem? Ihr wisst ja, jede Person hat gute Gründe für alles, was sie tut. Und auf diese guten Gründe möchte ich jetzt drauf gucken und möchte vorweg schicken, ja, mag sein und gleichzeitig darf ich mich davor schützen und das scheiße finden und das verurteilen und auch die Menschen verurteilen, die das tun, weil es ist echt nicht die feine Englische und geht einfach gar nicht. Es geht einfach gar nicht. Punkt. Also das, was viel gesagt wird, ist, dass es irgendwie starke Persönlichkeitsstörungen gibt und ich sage immer so ein Arschlochverhalten und dass Menschen, die sowas tun, auf jeden Fall böse sind. Und da sind sich alle total einig und gleichzeitig steht auch an vielen Stellen und ich bin da auch ganz dieser Meinung, dass Narzissmus und wirklich, dass diese Menschen absichtlich Menschen schlecht behandeln, ich glaube, das ist nicht der Durchschnitt. Ich glaube ja daran, dass die meisten Menschen eigentlich, ich bin ja GFKlerin, die meisten Menschen wollen eigentlich dienlich sein und keine Konflikte haben und ich glaube nicht, dass es so viele Menschen gibt, die ganz berechnend sowas absichtlich tun. Denn ich sehe bei der ghostenden Person, ich habe natürlich auch in meiner Beratung Menschen, die ghosten, sehe ich oft eine große Not. Aber da komme ich später zu. Ich glaube jedenfalls, dass die Hauptsache, und das ist subjektiv, weil auch da habe ich keine Zahlen zugefunden, dass das einfach eine Unfähigkeit ist, eine Unfähigkeit mit Beziehungen gut umzugehen, mit Konflikten gut umzugehen, sich zu reflektieren, beziehungsweise eine falsche Einschätzung. Dass mir gar nicht klar ist, wie wichtig ich der anderen Person bin, dass mir gar nicht klar ist, wie schmerzhaft das für die andere Person ist. Denn ich habe selten erlebt, dass eine Person sowohl ghosted als auch ghosting passiv erlebt hat. Ich erlebe Menschen, die sagen, ja, ich habe leider schon häufig geghosted und ich erlebe Menschen, die sagen, ja, ich habe es leider schon häufig erlebt. Aber dass eine Person auf beiden Seiten ist, erlebe ich relativ selten. Und deswegen glaube ich, dass Menschen, die ghosten, dass denen auch gar nicht klar ist, wie schlimm das für die andere Person ist. Vielleicht ist es ihnen auch klar und trotzdem müssen sich ja zuerst sehen und können auch gar nicht anders, weil die eigenen Gefühle sind ja immer lauter als jede andere Person, weil die fühle ich ja nicht. Und ich glaube, dass sie sich einfach manchmal vertun und das falsch einschätzen. Und dann eben diese Unfähigkeit ausagieren, weil sie nicht checken, wie weh das tut. Und ich glaube auch, dass es Menschen tun, die übermäßig viel Angst oder Selbstzweifel oder Scham haben. Und das finde ich auch in den Artikeln wieder, dass sie ja wirklich wie im Boden versinken wollen. Und nicht da sein wollen. Also niemand will doch, also niemand will ich jetzt nicht sagen, aber die meisten Menschen wollen doch anderen Menschen nicht wehtun. Und die wollen es ganz schnell vergessen, dass sie anderen Menschen wehtun und sich blöd verhalten haben. Wir wollen doch eigentlich alle zu den Guten gehören. Und ich glaube, dann kommt eben übermäßige Angst, Selbstzweifel und Scham. Und dann kann ich mich einfach nicht mehr melden, weil ich so Angst davor habe, was Falsches zu machen oder die andere Person verletzt zu sehen oder zu sehen, dass ich einfach an der Stelle Mist gebaut habe. Also das ist einfach so, so anstrengend, dass es viele dann einfach nicht tun. Und dann gibt es natürlich auch noch, ja, wie so Störungen, wie zum Beispiel in Bindungsproblematiken. Also wenn ich ein Vermeidy bin, dann merke ich vielleicht gar nicht, wie schwierig das ist zu ghosten, weil für mich ist ja der Weg der Einfachere, einfach nicht mehr darüber zu reden, es zu vergessen. Oder es gibt andere Vorschäden, dass eben ich mal eine Trennung versucht habe auf einem anständigen Weg und dann ist dieses Gespräch völlig eskaliert und es gab vielleicht sogar Tätlichkeiten. Und das darf man ja auch nicht vergessen. Also neben Bindungsproblematiken und anderen Vorschäden kann es auch einfach in der Persönlichkeitsstruktur liegen. Also ich habe mit Menschen gesprochen, die haben versehentlich geghostet, weil sie neurodivergent sind und gar nicht gemerkt haben, dass die andere Person sich so gefühlt hat. Und die andere Person hat dummerweise nicht nachgegriffen. Also es war gar kein echtes Ghosting mit Kontaktsperre, sondern es wurde einfach vergessen. Und nach einem Monat oder zwei ist man sich wieder begegnet und die andere Person hat aber nicht nachgefragt und hat sich geghostet, gefühlt. Also das ist dann natürlich real und es ist ja trotzdem nicht in Ordnung, das zu tun. Aber manchmal vergessen die Menschen das einfach. Unsere Welt ist so schnell. Naja und dann, wenn ich mich dann schon fünf Wochen auf eine Frage nicht gemeldet habe, dann denke ich mir so, ah ja, will ich mich jetzt noch melden und das ist ja unangenehm und ich glaube, dass es immer populärer wird, Unangenehmes zu vermeiden, da komme ich aber gleich noch zu. So, also wer ghostet? Narzissten und Arschlöcher ghosten, aber ich glaube, das ist nur ein kleiner Teil. Menschen, die eine Unfähigkeit in Beziehungen, in Konflikten, in Reflexionen haben und das falsch einschätzen. Menschen, die übermäßig Angst, Selbstzweifel oder Scham haben und Angst haben, was falsch zu machen. Menschen, die eine Bindungsproblematik haben oder andere unangenehme Erfahrungen oder Vorschäden. Und natürlich einfach Menschen, die es vergessen, verpeilt sind und die dann feststellen, jetzt habe ich das schon verschleppt, jetzt will ich das aber auch nicht mehr, das ist ja voll peinlich. Und dann setzt die Scham ein und dann mache ich erstmal nichts. So, und warum wird geghostet? Also siehe oben, das ist natürlich in der Persönlichkeitsstruktur manchmal verankert. Aber warum wird auch so viel geghostet? Es wird einem im Moment einfach auch total einfach gemacht. Also selbst Verträge und so, das ist alles ganz unpersönlich mit KI und schriftlich und so gemacht. Und es ist einfach, also auf eine E-Mail nicht mehr zu antworten, ist viel einfacher als am Telefon oder wenn ich jemandem gegenüberstehe, einfach das Gespräch zu beenden. Ja, und da kann die andere Person nachgreifen. Und es gibt halt einfach immer weniger persönlichen Kontakt und es wird einem wirklich leicht gemacht. Und ich habe auch so den Eindruck, dass, also wenn ich mir so die jüngeren Generationen angucke, wenn ich so Anfang 20er in meiner Beratung habe, dann wird so Unangenehmes Vermeiden, wird immer populärer. Also diese, da muss ich jetzt durch und stelle die nicht so an, das ist echt so 70er glücklicherweise. Und gleichzeitig sorgt das eben auch dafür, dass Menschen so eine Frustrationstoleranz und ein Aushalten gar nicht mehr können und es dann auch einfach nicht machen. Das Unangenehme wird einfach vermieden und das wird auch immer populärer. Also gerade mit dieser ganzen Selbstversorge, was ja super wichtig ist. Und gleichzeitig hört meine Freiheit, mich für mich einzusetzen da auf, wo die Freiheit der anderen Person beginnt. Und ich finde es durchaus angemessen, für Menschen auch mal den Arsch zusammenzukneifen und das Anständige zu tun. Und na klar, manchmal geht das nicht, aber es wird immer populärer, das zu tun. Und das ist manchmal wirklich, wirklich schade. Was ich auch sehe, ist, dass wir immer belasteter werden. Unsere Welt wird immer komplexer. Ich hänge manchmal stundenlang vor KI, um mit meinem Sohn zu klären, dass der irgendwie eine Plattform freigeschaltet bekommt, wo ich ein Elternkonto habe und so. Es ist wirklich, die Welt wird so kompliziert. Alles ist, man muss für jeden Pups eine App installieren. Es wird alles so schnell. Und ja, wir sind alle immer belasteter. Es gibt, Krieg steht vor der Tür. Also es sind einfach viele Dinge, die schwierig sind. Und natürlich haben wir einfach für solche Sachen, für Konflikte, für das Richtige tun manchmal einfach nicht genug Kapazitäten. Und es passiert dann vielleicht auch versehentlich. Ja, also da mit liebevoller Güte drauf zu gucken, ist auch wichtig. Aber Strategien dann später. Und das darf ich natürlich auch sagen, also Ghosting ist auch immer ein Versuch der Selbstregulation. Also Marshall B. Rosenberg sagt, es ist nur ein tragischer Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses. Also vielleicht habe ich Angst vor Nähe oder Angst vor Konflikten oder vielleicht bin ich überfordert. Das sind alles Bedürfnisse, denen ich nachkomme und es ist eine Strategie, die für die Person, die sie macht, die beste ist. Nur für mich halt nicht, wenn ich gerne Closure haben möchte, also wenn ich das gerne abschließen möchte. Und dann gibt es noch einen einzigen Grund, wo ich sagen muss, wenn ich so eine ganz klassische. Also zwei Menschen haben einen ängstlichen Bindungsstil, die eine Person ist ängstlich gebunden, die andere Person ist vermeidend gebunden, dann fangen die an, sich so gegenseitig in so eine Spirale rein zu manövrieren Und die Person, die ängstlich gebunden ist und viel Bestätigung braucht, fragt, fragt, fragt, fragt. Und die Person, die vermeidend gebunden ist, geht immer weiter weg. Und das ist natürlich auch im Dating-Kontext und schon sehr früh der Fall. Und wenn dann die ängstlich gebundene Person also wirklich einfach immer wieder nachhakt, nervt, Druck ausübt und so, dann habe ich vielleicht manchmal mit meinem vermeidenden, unsicheren Bindungsstil gar keine andere Chance, als die andere Person zu ghosten. Also es gibt schon auch eine Situation, wo das Ghosting dem Schutz dient, weil die geghostete Person einfach nicht locker lässt und dann aus Selbstschutz ja alles gesperrt wird. Ist natürlich trotzdem nicht die feine Englische. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man das auch anders lösen kann, aber ich stecke halt nicht in den Schuhen drin von den Leuten, die das tun. Also nochmal zusammenfassen, warum wird geghostet? Also es kann in Persönlichkeitsstrukturen liegen. Es wird einem ganz einfach gemacht durch die vielen unpersönlichen Kontakte. Vermeidung von Unangenehmen wird immer populärer. Wir sind immer belasteter und es passiert dann manchmal vielleicht versehentlich oder weil ich keine Kapazitäten habe. Es ist ein tragischer Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse. Also eine gute Strategie für die eine Person, eine schlechte für die andere. Und manchmal ist es auch einfach Selbstschutz, weil die nachgreifende Person nicht aufhört. Genau, das war Punkt zwei. Wer tut das? Wer ghostet und warum? Und dann kommen wir jetzt zu dem vielleicht wichtigsten Teil. Was kann ich denn machen? Also das Erste, wenn du merkst oder den Eindruck hast, ich werde irgendwie geghostet, schaff dir Klarheit. Prüf mal nach, ob du vielleicht eine letzte Chance geben willst, ob du vielleicht eine letzte Nachfrage machen willst. Du, ich habe hier irgendwie das Gefühl, dass das nicht weitergeht. Was können wir jetzt machen? Oder ich interpretiere dein Verhalten so, dass du kein Interesse mehr an der Weiterführung der Beziehung hast. Liege ich da richtig? Also sehr klar und freundlich und offen eine Frage stellen. Ja, ich interpretiere das so. Stimmt das? Oder was ist der Grund, dass du dich nicht gemeldet hast? Aber was ist der Grund? Das kann immer dann sehr in den Vorwurf gehen. Und das ist manchmal schwierig. Also eine klare, aber freundliche, offene Nachricht schreiben und Bedingungen setzen. Also zum Beispiel, ich interpretiere das so. Ich mache noch einen letzten Versuch. Ich würde mich freuen, wenn du dich bis zum 24. meldest. Ansonsten werde ich mich umorientieren oder einfach nur, wenn du dich bis zum 24. meldest, damit ihr Klarheit habt. Ja, und. Das solltest du dir gut überlegen, ob du das machst. Und ich finde es aber wichtig, dass du darüber nachdenkst, weil manchmal, also ich meine, es gibt ja die Fälle, wo Menschen einen Herzinfarkt haben oder im Krankenhaus landen oder das Kind im Krankenhaus ist und einfach andere Sachen wichtiger sind. Und da solltet ihr schon nicht nur 24 Stunden lassen, sondern vielleicht eine Woche oder zwei oder vielleicht auch mal das Medium wechseln. Also ich versuche ja immer wieder Podcast-Interviews zu kriegen und wenn ich halt auf drei E-Mails keine Antwort bekommen habe, die ich in angemessenem Abstand geschrieben habe, dann wechsle ich vielleicht mal auf Insta oder ruf vielleicht mal an. Ja, aber alles freundlich und offen. Und na klar kann ich irgendwann auch aufgeben und dann musst du einfach selber für dich gucken, wenn du das machst. Aber das ist ja was ganz anderes als Ghosting. Und wenn du den Eindruck hast, dass du von einer Person oder einem Unternehmen geghostet wirst, frag einmal nach und dann such dir eine andere Strategie. Das ist so nervenzerfetzend, das habe ich schon so oft begleitet, das macht wirklich keinen Sinn. Also gut überlegen, ob du nochmal nachfragen und den anderen eine Chance geben willst. Das ist auch wirklich verrückt, manchmal kommt auch eine Mail einfach nicht an. Und vielleicht möchtest du das überlegen, aber das machst du einmal und dann schickst du einen Abschied. Aber da komme ich gleich zu, du fragst einmal nach. Punkt. Und dann ist der nächste Schritt, wieder in die Selbstwirksamkeit zu kommen und raus aus der Hilflosigkeit, weil die ist richtig schlimm. Und das sieht faktisch und emotional anders aus. Also faktisch ist, was machst du? Du guckst deine Grenzen an und überlegst, was ist da meine Grenze? Und du sortierst diese Menschen innerlich aus. Du entscheidest dich ganz bewusst, dass du so nicht behandelt werden willst. Also ich unterstelle dir das jetzt, aber letztendlich, also wer möchte denn schon geghostet werden? Also möchte ich wirklich eine Beziehung haben, die so ein unreifes Verhalten hat, die so mit mir umgeht, die mir so wenig Wertschätzung entgegenbringt, die mich so hängen lässt. Ich glaube nicht. Also du solltest dann als erstes die Entscheidung treffen, dass du diese Beziehung nicht mehr haben willst. Das zweite ist klar zu haben, was genau das für dich heißt. Wenn du diese Beziehung nicht mehr haben willst, das heißt das. Willst du einen Kontaktabbruch? Willst du ein Beziehungsende, aber kannst der Person nochmal begegnen? Möchtest du das benennen? Wie möchtest du gemeinsame Kontexte behandeln? Also was ist, wenn ihr einen gemeinsamen Freundeskreis habt oder ihr euch beim Bouldern wieder begegnen könnt? Also klär für dich ganz klar, wenn ich diesen Menschen aussortiere, was heißt das denn für mich? In welchem Kontext würde ich diesen Menschen denn wie begegnen? Und dann würde ich einen eigenen Abschluss kreieren oder einen eigenen Schlusspunkt setzen und da würde ich dann eine klare Nachricht formulieren, in der ganz klar ist, so sieht das für mich aus. Die gemeinsame Zeit war total schön, was auch immer du da schreiben willst. Für mich hat das jetzt hier ein Ende. Wir können uns in Zukunft so und so begegnen, aber wirklich eine ganz klare Grenze und eine Handlungsanweisung oder eine Information darüber, eine transparente Information darüber, ohne Frage, ohne Wenn und Aber, völlig auf dich ausgerichtet. Also auf dich wie immer, Gier, Vernunft und moralischer Kompass. Also was ist in deinem Interesse in dieser Nachricht? Und diese Nachricht würde ich ganz klar formulieren und dann auch nicht nachgreifen, nicht hinterherlaufen. Und dann würde ich den Kontakt löschen, die Fotos löschen oder die Fotos zumindest aus der Voransicht rausbringen. Und was ich nicht machen würde, wäre selbst zu ghosten, also selbst den Kontakt zu blockieren, weil eventuell hat die Person ja Gründe. Aber wenn du das nicht anders schaffst, ist es vielleicht trotzdem eine gute Idee und vielleicht fühlst du dich dann auch selbstwirksam. Ich finde das nicht so schön, weil vielleicht möchte die andere Person sich ja irgendwann entschuldigen und wenn sie das nicht kann, finde ich das schade, aber es ist meine ganz persönliche Entscheidung. Vielleicht möchtest du Entschuldigungen auch gar nicht mehr haben irgendwann. Also, ich habe gerade gesagt, wenn du merkst, es fühlt sich nach Ghosting an, klär gut, ob du nachfragen möchtest, dann hakst du einmal nach, gibst eine Frist, und dann guckst du, was ist meine Grenze, möchte ich diesen Menschen aussortieren, was genau heißt das, in welchem Kontext begegne ich ihm wie, einen eigenen Abschluss kreieren, also eine zweite Nachricht schicken. Für mich ist es damit erledigt und ganz offen und freundlich, also auf einem besseren Wege, als die andere Person das gemacht hat, weil am Ende musst du dich noch im Spiegel angucken können und dieses, mach das genauso wie die andere Person, das fühlt sich oft sehr schal an, weil du eben nicht die andere Person bist und dir das nicht so leicht fällt. Dann würde ich eine klare Abschiedsnachricht formulieren, die kannst du auch für dich nutzen, aber mach sie wirklich kurz und knackig. In dieser Nachricht geht es um die Information der anderen Person, nicht um deine emotionale Fürsorge. Und dann greife nicht nach oder laufe hinterher und lösche den Kontakt und Fotos, tu Gegenstände weg und so. Also das ist das, was du faktisch tust. Dann ist der nächste Schritt, was kannst du emotional für dich tun? Du könntest einen zweiten Abschiedsbrief schreiben, den du nicht abschickst, den du nutzt zum Schluss machen. Der ist also für dich und keine tatsächliche Nachricht. Du kannst ihn natürlich abschicken, aber wenn ich dann sowas ganz Emotionales habe, dann warte ich manchmal auf Antwort und vermutlich kriegst du ja keine. Was ich manchmal begleite, ist, dass die Menschen, also wenn es gar nicht um Ghosting geht, sondern einfach um Beziehungsende, einfach, als wenn es einfach wäre, dass ich erstmal eine Version des Briefes schreibe, wo ich meine ganze Wut rauslasse, wo ich vielleicht auch unfair bin und dann, speichere ich mir die irgendwo ab und dann lese ich die nochmal durch und gucke, okay, welche Perspektive könnte die andere Person haben, welche Gefühle habe ich und so weiter und dann wird dieser Brief nochmal und nochmal und nochmal überarbeitet, solange bis er hinterher, abschickbar ist, also nicht beleidigend und fair und die eigenen Anteile gesehen werden. Das ist eine Möglichkeit der emotionalen Verarbeitung und die kannst du hier natürlich auch benutzen und du darfst dann gerne selber entscheiden, ob du die Nachricht abschickst oder nicht. Aber wenn es sich um einen Ghosting-Fall handelt, würde ich dir davon abraten, weil es dann immer ungeklärt sein wird. Und du ja am Ende nie weißt, ob sie ankommt. Also, wenn du dich dann emotional um dich kümmern möchtest, kannst du selber einen Abschiedsbrief schreiben und Schluss machen für dich, dass du alles da aufschreibst, was dir auf dem Herzen liegt. Und du kannst dir Raum für Trauer und andere Gefühle nehmen. Das kannst du alleine machen, das kannst du mit anderen Menschen machen. Du kannst jeden Tag einen Monat eine Kerze anzünden, keine Ahnung. Also, es braucht einfach eine Würdigung dessen, wie schwer das für dich war. Ja, Selbstfürsorge ist an der Stelle natürlich mega wichtig. Also sowohl die körperliche Komponente, genug trinken, schlafen, Sport machen, gutes Essen, Ruhe, aber auch die emotionale Komponente, ja, Puscheln, soziale Kontakte, Trost bekommen. Ja, also Selbstfürsorge ist da ganz wichtig. Und Selbstfürsorge kann eben auch die Selbstempathie beinhalten. Wir alle wissen, was Empathie ist oder glauben es zu wissen. In der gewaltfreien Kommunikation unterscheiden wir zwischen Sympathie und Empathie. Also tun wir natürlich auch im Rest des Lebens, aber da gibt es ganz klare Listen, was Sympathie und was Empathie ist und wie Empathie in der gewaltfreien Kommunikation passiert. Empathie bedeutet nämlich, welche Gefühle und Bedürfnisse sind relevant. Ja, das heißt, Selbstempathie bedeutet, ich mache mich auf die Reise, was für Gefühle habe ich gerade an dieser Stelle in bezogen auf diese Situation und welche Bedürfnisse sind erfüllt worden durch mein Verhalten oder durch das Verhalten der anderen Person und welche Bedürfnisse sind nicht erfüllt worden durch mein Verhalten oder durch das Verhalten der anderen Person. Also Selbstempathie bedeutet, dass ich auf meine Gefühle und Bedürfnisse gucke und die, also wirklich ganz stumpf, ja, ich habe so eine kleine Karte, wo, Gefühlslisten drauf sind, ich gucke nach, welche Gefühle habe ich, ne, es gibt welche bei unerfüllten Bedürfnissen, es gibt welche bei erfüllten Bedürfnissen und die schreibe ich dann auf, handschriftlich am besten. Ich fühle mich. Ja, und das kann ich zwei, dreimal am Tag machen. Und dann gucke ich, okay, welches Bedürfnis ist gerade aktiv? Welches Bedürfnis erfülle ich mir durch den Kontakt von mir gesetzten Kontaktabbruch? Und welche Bedürfnisse verwehre ich mir? Weil zum Beispiel, ich erfülle mir zum Beispiel den Wunsch nach Selbstwirksamkeit, aber ich verwehre mir den Wunsch nach Verbindung. Natürlich kriege ich die Verbindung sowieso nicht, weil er geghostet wird, aber das ist ja ein großes Bedürfnis von mir. Und das klar zu haben und vielleicht auch darüber zu weinen, wie schlimm das ist, dass diese Bedürfnisse nicht erfüllt werden, also dass ich mir das nicht selber erfüllen kann. Vielleicht nicht selber erfüllen kann, manchmal geht das ja, aber dass es auch von der anderen Person so gar nicht validiert, gewürdigt, wertgeschätzt wird oder gesehen wird, das ist natürlich schon traurig. Und da darf ich wieder Gefühle zu haben. Und dann drehst du halt einfach ein paar Runden zu Gefühlen und Bedürfnissen. Und das ist der, der wirklich, also ich sage das immer, liebevolle Güte mit mir selbst, dich selbst in den Arm nehmen. Aber genau das ist es. Welche Gefühle, welche Bedürfnisse sind aktiv? Und es ist wirklich, du würdest dich wundern, wie schnell das dann geht. Und natürlich darfst du dich dabei begleiten lassen. Genau, also Selbstversorgung und Selbstempathie und was du sonst emotional noch für dich tun kannst, ist Abstand von der ganzen Situation und von der Person. Grübeln verhindern, also wirklich gucken, dass sobald du merkst, du grübelst, dass du aufstehst und sagst jetzt und dir vielleicht einen Satz sagst, jetzt denke ich an Segeln oder so. Also wirklich das Grübeln verhindern, weil du wirst nie erfahren, was in der anderen Person vorgeht. Vermutlich nicht. Und es wäre halt gut, wenn du dir den Abschluss selber machst und das loslässt, weil sonst kannst du eben nicht loslassen. Und Fotos, Gegenstände, Themen, alles was verbindet, sollte erstmal für eine Weile aus deinem Blickfeld verschwinden, damit du eben entwöhnt wirst, damit die Dopaminsucht aufhört. Und du solltest insgesamt nicht mehr so häufig daran denken. Okay, also, was kannst du tun? Ich habe gerade die Fakten gesagt und was du dann emotional für dich tun kannst, ist, dass du einen Abschiedsbrief schreibst oder für dich Schluss machst, dass du dir Raum für Trauer und andere für Gefühle nimmst mit anderen oder alleine, dass du in die Selbstversorge gehst und dich einfach gut versorgst und dabei auch in die Selbstempathie gehst und dass du Abstand von der Situation und der Person holst, damit du dich entwöhnst. Und als letzte Idee möchte ich dir noch mitgeben, dass du, das ist aus der Systemik eine zirkuläre Frage, dass du dich einfach grundsätzlich fragst, was braucht eigentlich ein Mensch, der keine Antwort bekommt? Dass du also nicht fragst, was brauche ich gerade, sondern dass du guckst, wenn ich meine beste Freundin angucke, meine Schwester oder irgendeinen fremden Menschen, der geghostet wird, was braucht der vermutlich? Ich kann mich da viel besser darauf einlassen, wenn ich nicht auf mich selber gucke. Wir haben ganz oft viel, viel wohlwollendere und bessere Ratschläge oder Tipps oder wie auch immer du das nennen willst für andere Menschen als für uns selbst und das, ist auf jeden Fall etwas, das sich lohnt auszuprobieren, dass du dich nicht fragst, was tut mir gerade gut, was brauche ich, sondern was braucht ein Mensch, der keine Antwort bekommt. Genau, damit bin ich am Ende der heutigen Folge und möchte das Fazit nochmal ziehen, also zusammenfassen. Auch Ghosting hat gute Gründe, natürlich. Und ich darf mich trotzdem schützen und das Scheiße finden und mich um mich kümmern. Es gibt unterschiedlich schlimme Ghostings und alle reagieren auch unterschiedlich, je nachdem auf was für einen Grund das Ganze fällt. Klar ist aber auf jeden Fall, Ghosting ist ein ziemlicher Hammer. Also nimm dich ernst und nimm dir Raum dafür. Erzähl auch Menschen davon, weil neun Gründe, warum Ghosting wehtut. Und du bist völlig hilflos, was die andere Person angeht, aber dich ernst zu nehmen, das ist das, was du tun kannst. Ja, danke, dass du bis hierhin zugehört hast. Ich würde mich total freuen, wenn du mal darüber nachdenkst, ob du vielleicht Lust hast, uns ein bisschen zu unterstützen. Wir wollen nämlich gerne aus den Podcast-Folgen kleine Essenzen oder Tools basteln und wir wollen so wenig KI wie möglich dafür nutzen. Auch die Logistik und die Designs möchten wir gerne so viel wie möglich KI-frei erstellen und dafür brauchen wir Manpower. Also vielleicht hast du Lust mitzumachen und falls nicht, tust du uns einen großen Gefallen, wenn du diese Folge teilst mit Menschen, die das wichtig oder spannend finden. Okay, und jetzt wünsche ich dir einen fantastischen Tag. Bis dann. Wie schön, dass du bei der heutigen Folge dabei warst. Wir freuen uns, wenn du etwas Wertvolles mitnehmen konntest. Vielleicht magst du es dir kurz notieren? Gab es einen Aha-Moment? Möchtest du etwas vom Gesagten umsetzen? Gibt es jemanden, mit dem du die Folge diskutieren möchtest? Geh für dich los und mach dein Leben lebenswerter. Und vergiss nicht, jede Person darf fühlen, was sie fühlt und hat gute Gründe für alles, was sie tut. Also sei verständnisvoll.

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