#122 - Elternschaft und Polyamorie: das letzte Interview mit happy poly family
Interview mit Elena
19.04.2026 77 min
Zusammenfassung & Show Notes
Wie zeigt man eine polyamore Großfamilie der Welt – und warum schließt Elena ihren Kanal nach 5 Jahren?
In dieser Folge spricht Sonja mit Elena – Fotografin, Mutter von vier Kindern und Mitgründerin des Instagram-Kanals Happy Poly Family. Nach fünf Jahren schließt die Familie ihren Account. Elena blickt zurück: auf Anfänge ohne Vorbilder, auf ein Unicorn Quad, das sich verändert hat, auf Community-Momente, die bewegt haben – und auf alles, was sie über Sichtbarkeit, Einvernehmlichkeit und polyamores Familienleben gelernt hat.
📌 Themen dieser Folge:
- Happy Poly Family: Wie der Kanal vor fünf Jahren entstand – und warum er am 1. April 2026 geschlossen wird
- Elenas Familienkonstellation: Drei Erwachsene, vier Kinder, drei Katzen und ein Hund in der Nähe von Mannheim
- Vom Unicorn Quad zur heutigen Konstellation: Wie sich Beziehungsstrukturen im Laufe der Zeit verändert haben
- Sichtbarkeitsarbeit: Motivation, Wirkung und das, was eine Community daraus machen kann
- Einvernehmlichkeit in der Praxis: Kommunikation, Grenzen benennen und in Baby-Steps vorgehen
- Hate Mail und Online-Kritik: Was Elena im Umgang mit Anfeindungen gelernt hat
- Polyamorie und Feminismus: Entscheidungsfreiheit als verbindender Kern
- Kinderbücher zu Vielfalt: Drei Empfehlungen von Elena für diverse Familienmodelle
💡 Das Wichtigste in Kürze:
- Sichtbarkeit normalisiert: Polyamore Familien sind nicht abgefahren oder komisch – sie sind einfach Familien.
- Beziehungen sind Gärten, keine Matheaufgaben: Verschiedene Verbindungen brauchen unterschiedliche Dinge, und das ist gut so.
- Einvernehmlichkeit braucht Kommunikation, Baby-Steps und den Mut, die eigenen Grenzen überhaupt erst zu kennen.
- Nicht jede Meinung im Internet ist eine relevante – und man muss auch nicht auf alles antworten.
- Jede Beziehung ist nur so gut wie das Netzwerk, das sie trägt: Externe Perspektiven und Unterstützung sind keine Schwäche, sondern Stärke.
📚 Bücher & Literatur
- LESBE wird großgeschrieben – Foto-/Textband, Fotos von Elena Barba, MUC Verlag – muc-verlag.de
- Das Ende des Romantik-Diktats – Andrea Newerla
-
Ach, das ist Familie?! – Britta Kiwit & Emily Claire Völker, EMF Verlag – avalino.shop | emf-verlag.de
Kinderbuch über Familienvielfalt von Avalino Diversity (@avalino.diversity). - WUNDER – Clara Eröd-Danzinger – Interview & Info
- Welche Farbe hat die Liebe? (A Color Named Love) – Mariana Ellery, Alibri Verlag – alibri.de | Thalia
- Muckdiwupp – Auf nach Pifo – Saskia Michalski / Die Michalskis – muckdiwupp.de
🌐 Webseiten, Tools & Apps
-
Elena F. Barba – Fotoatelier – elenabarba.de
Beruflicher Webauftritt der Gästin als Fotografin – Fokus auf Selbstwert, Selbstbild und persönliche Stimme. - Sonjas Poly-Glossar
- JoyClub – joyclub.de
🎙️ Podcasts & Medien
- Couple Of – Iris Gavric & Matthias Renger – couple-of.podigee.io
- Polysophie – Folge 10: Mononormativität – polysophie.info
🏢 Organisationen & Netzwerke
-
Empowerment Fotografie - Instagram @elenabarba_photo
Elenas beruflicher Kanal mit vielen berührenden Posts: "Ich wollte mich sehen. Nicht nur irgendeine Version von mir, die "gut aussieht". Sondern mich." (6. April 2026) -
Queer-Poly-Stammtisch Mannheim – Instagram-Post
Von Elena gegründet, heute im QZM beheimatet – offener Treffpunkt für polyamore und queere Menschen in der Region Mannheim. -
Queeres Zentrum Mannheim (QZM) – qzm-rn.de
Beherbergt heute den Queer-Poly-Stammtisch Mannheim. -
MUC Verlag – muc-verlag.de
Verlag von „LESBE wird großgeschrieben".
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Credits:
Die Musik wurde für uns von NeoKorTechs zusammen gemischt und zur Verfügung gestellt (insta: @neokortechs, Homepage: http://www.christian-janz.de). Vielen lieben Dank!
🎧 Danke fürs Zuhören – lass uns gemeinsam die Welt liebevoller und verständnisvoller machen - für dich, für deine Beziehung, für alle! ❤️
Zu Sonjas Beziehungs-Coaching und Blog-Beiträgen: https://sonjajuengling.de/
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Transkript
Die wissen auch, dass wir dieses Jahr im Oktober heiraten werden und dass,
ich sag mal, die Mama und ich heiraten, die Mami und die Mama heiraten und die
Mami und die Mamina, das bin ich,
Freundinnen sind und Familie.
Schön, finde ich voll gut. Willkommen bei Mono, Poly & Co., dem Non-Profit-Wissens-Podcast.
Bewegt. Und nun viel Spaß mit der heutigen Folge.
Hallo zusammen, hier kommt mein kleiner Ausblick, was ich heute besprochen habe
mit Elena in diesem wundervollen Interview.
Und zwar haben wir darüber gesprochen, was der Happy Poly Family Kanal ist,
wie Elena lebt und wie es dazu gekommen ist, was Elena von Einvernehmlichkeit
hält und von Feminismus, ob es Kinderbücher gibt, wie sie mit ihren Kindern
spricht und was die wissen von der ganzen Geschichte, das findest du heute.
Und kleine Vorwarnung, Elenas kleinste, zusammen.
Das Kind ist immer mal wieder bei der Aufnahme rumgesprungen und hat uns unterbrochen.
Wir haben versucht, die Störungen so gering wie möglich zu halten und versuchen
auch im Schneiden noch ein bisschen was rauszuschneiden.
Aber es kann sein, dass du zwischendurch Geräusche oder Kinder schreien hörst.
Und ich bitte, falls dich das stört, das zu entschuldigen.
Und jetzt viel Spaß mit der heutigen Folge.
So, hallo zusammen. Heute machen wir ein Interview und vor mir sitzt,
also nicht direkt vor mir, sondern gegenüber, ich weiß gar nicht an welchem
Ort, frage ich gleich mal, sitzt Elena.
Elena ist Teil und Macherin, glaube ich, des Kanals Happy Poly Family auf Insta
und glaube ich auch YouTube, werde ich sie gleich alles fragen.
Und hat sich bereit erklärt, zum Thema Sichtbarkeit, Polyamorie und Elternschaft
mit mir ein Interview zu machen und ich freue mich sehr darüber.
Warte schon lange darauf und bin froh, dass du da bist. Hallo Elena.
Hallo, schön dabei zu sein heute.
Schön. Wir haben gerade schon ganz viel Technik-Check gemacht.
Wir sind auch gerade schon unterbrochen worden von Nano, einem Kind in eurer
Familie, das unbedingt ins Mikro singen wollte. Das haben wir auch auf der Aufnahme.
Vielleicht spielen wir es später noch ein.
So als Intro. La la la.
Ja, genau. Ja, schön, dass du da bist.
Wir haben jetzt ein bisschen Zeit, uns miteinander zu unterhalten.
Vielleicht magst du dich einfach mal selber vorstellen.
Ich habe das hier ganz grob ja gemacht und vielleicht magst du ein bisschen erzählen, wer du bist.
Ja, also ich bin Elena. Meine Pronomen sind sie, ihr und keine.
Ich bin Fotografin in erster Linie und habe vier Kinder.
Ich habe eine Partnerin und eine Metamor und wir wohnen alle zusammen hier in der Nähe von Mannheim.
Okay, danke schön. Alle zusammen heißt, wie viele kleine gibt es da auch noch?
Hast du schon gerade gesagt vier Kinder, ne?
Ja, genau, 4, 4, genau.
Sind das alles deine Bauchkinder?
Ich habe ein Bauchkind und die anderen sind meine Patchwork-Kinder.
Okay, ich starte mal von Beginn an.
Also dein erster Post, den ich heute nochmal gelesen habe, war zu einem Zeitpunkt,
als das älteste Kind sechs Jahre alt war.
Das heißt, das ist inzwischen elf Jahre?
Ja, es ist schon zwölf inzwischen geworden, ja.
Mein Sohn ist seit heute zwölf.
Ja, oh wie schön, er hat schon ein Glück.
Ja, danke schön. Genau, das heißt, ihr lebt zu siebt plus mindestens eine Katze.
Wir haben drei Katzen und einen Hund.
Okay, warte mal. Vier Kinder, drei Erwachsene, drei Katzen und einen Hund.
Ich bin ganz schlecht im Kopfrechnen.
14? Habe ich das richtig gerechnet?
Hatte sieben. Drei Katzen sind zehn und elf der Hund.
Elf. Elf. Elf Menschen, Kinderwesen, die versorgt werden wollen.
Da ist bestimmt ganz schön viel los bei euch, oder?
Ja, da ist immer Action, auf jeden Fall. Deswegen wird uns bestimmt gleich auch
nochmal ins Mikrofon gesungen.
Lassen wir dann einfach drauf. Okay. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, diesen Kanal zu machen?
Und wie hat es angefangen? Und wart ihr da alle zusammen?
Also, ich weiß natürlich ein bisschen was, aber ich würde mir wünschen, wenn du das erzählst.
Na klar, also fast vor ziemlich genau fünf Jahren eben, jetzt 1.
April 21, begann das Ganze nicht als Scherz, sondern als Gedanke,
als wir in der Küche standen, meine Partnerin und ich und waren so,
es wäre eigentlich ganz witzig, über unseren Alltag so zu erzählen,
als polyamore Familie, weil wir eben keine anderen Familien gekannt haben sonst,
die das nach außen halt auch tragen als Vorbild oder als wie machen die das eigentlich oder welche,
Hindernisse oder Fragen oder Gedanken haben die denn oder Herausforderungen
auch im Alltag und da entstand diese spontane Idee tatsächlich,
weil wir vorher, als wir so als Familie 2020 eben angefangen haben zusammenzuwachsen
und 2021 eben zusammenzuwohnen,
dachten wir so, okay, wo sind denn die anderen Polyfamilien,
gibt es das denn überhaupt und dadurch entstand tatsächlich eine geheime Facebook-Gruppe
damals, Happy Poly Family Und die wurde dann zum Instagram-Kanal.
Aber sie war eben geheim, weil es Menschen gab, die dieses Geheim gebraucht haben.
Und wir dachten so, wir möchten aber gerne, dass unsere Kinder nicht sich verheimlichen
müssen und geheim müssen und offen reden und leben dürfen, so wie wir eben auch
offen reden und leben wollen. Und daher kam der Gedanke.
Ja, und da waren alle, also du hast es mit deiner Partnerin besprochen und deine
Meta war damit direkt fein?
Genau, waren alle so, ja, wenn ihr das machen wollt, macht doch,
klar, und ich gucke mal, wie viel ich mich einbringen will und so,
aber genau, jeder immer so, wie viel er mag.
Wie lange wart ihr denn da schon in der Konstellation zusammen?
Und noch nicht ganz ein Jahr tatsächlich.
Und das heißt, ihr wart zu dem Zeitpunkt fast so Poly-Einsteigys?
Absolute Einsteigys, lack. Ja, auf jeden Fall absolute Einsteiger.
Und ja, also viele Sachen, wo ich heute sagen würde, das würde ich heute nicht
mehr so machen beim Anfang. Aber genau, man lernt ja auch.
Ja, das stimmt. Das ist ja auch einer der schönen Aspekte von Poly.
Auf jeden Fall.
Das heißt aber, ihr hattet zu dem Zeitpunkt auch keinen Anschluss zur Poly-Szene.
Irgendwelche Stammtische oder so, das kanntet ihr alles nicht?
Absolut gar nicht. War ein absolutes Neuland. Ich habe wirklich keine Menschen
gekannt. Ich hatte im Bekanntenkreis irgendwann mal jemanden.
Die Person hatte verschiedene Verbindungen in verschiedenen Art und Weisen.
Und da hatte ich immer so ein bisschen das Gefühl, okay, verstehe ich nicht.
Weiß ich nicht, keine Ahnung.
Aber nicht mit dem Kontext Polyamorie. Und irgendwie war das dann so,
ah, es gibt ein Wort dafür.
Also das kam dann erst, als wir uns halt kennengelernt haben und das dann so
entstanden ist mit der Zeit. Und dann war das so, ah, es gibt ein Wort. Spannend.
Das heißt, ihr seid in diese Konstellation gekommen. Ein Mensch,
der mit zwei Menschen zusammen ist, die nicht miteinander zusammen sind.
Völlig ohne Vorbilder, ohne zu wissen, wie es geht. Ihr habt es einfach gemacht?
Ganz am Anfang war es sogar noch ein bisschen eine andere Konstellation.
Denn dann waren wir zwei Paare, die schon lange zusammen waren.
Wir haben uns kennengelernt, rein platonisch und dann irgendwann gedacht,
da könnte auch mehr sein.
Dann haben die bestehenden Beziehungen das untereinander besprochen und dann
eben auch miteinander, also alle vier dann eben zusammen besprochen.
Und ja, dann war das so ein, wenn alle Gefühle füreinander haben.
Dann kann man das ja mal probieren. Dann ist das wohl eine Beziehung.
Ja, und dann fing es aber erst so an, so mit Regeln und wer will eigentlich
was und was ist für wen okay.
Und dann haben wir uns da langsam herangetastet, tatsächlich sehr langsam.
Das ist aber ganz schön schlau, ehrlich gesagt, das sehr langsam zu machen.
Ja, manchmal war es schon mühselig langsam.
Naja, in jeder Konstellation gibt es Menschen, denen das immer noch zu schnell
ist und Menschen, denen das wirklich glacial zu langsam ist.
Das ist, glaube ich, eine der größten Herausforderungen am Anfang.
Vor allen Dingen, wenn für die eine Person sich das vielleicht so ganz,
entweder so ganz natürlich anfühlt und wunderbar und mindblowing oder die Person
hat sich mit dem Gedanken schon 20 Jahre beschäftigt und sieht jetzt eine Chance,
dann ist da eine große Ungeduld und die anderen Personen, die Angst haben,
Dinge zu verlieren oder ja, einfach Angst vor Veränderungen haben,
die denken, ach du Scheiße, das ist mir immer noch alles zu schnell.
Ja, das heißt, ihr habt aber von Anfang an viel Wert auf Aushandlungsprozesse
gelegt und Einvernehmlichkeit und Meinungen.
Absolut, ja. Dinge, die ich aber heute nicht mehr so machen würde, wie damals wäre,
unterschiedliche Grenzen beziehungsweise, dass jeder was anderes darf,
sondern entweder gilt es für alle, dass alle zum Beispiel etwas dürfen oder
eben nicht dürfen, aber nicht der eine darf und der andere nicht, weil,
der eine ist okay damit und der andere nicht, dann ist halt die geringste Grenze,
die Grenze, die gerade gilt, also das ist so das, was ich heutzutage,
anders machen würde tatsächlich als damals.
Das heißt, um mal ganz kurz in das Jetzt zu springen, jetzt gibt es wahrscheinlich
immer noch Absprachen, Grenzen und Regeln und jetzt sind die so,
dass das für alle gleich ist.
Genau, also wir haben jetzt hier meine Mitamor und ich haben eine familiäre
freundschaftliche Verbindung und es gibt jetzt aber eigentlich keine spezifischen Absprachen,
was meine Beziehungsperson mit der Mitamor ausschließlich teilt oder ausschließlich mit mir.
Hier bist du, ja.
Und da kommt die angekündigte Störung.
Genau. Tolles Piepen im Hintergrund, gell?
Ja.
Oh, das war war ein Streich. Ich habe es genau gesehen. Da wurde dem Kleinen
gerade ein Auge auf den Rücken geklebt.
Im Vorbeigehen so, schieb dich mal.
Von einem Erwachsenen oder einem Kind?
Nein, vom großen Bruder.
Wie groß ist der Bruder denn?
In sechs ist der.
Und das kleine Wesen, was gerade da war, ist zweieinhalb.
Dann haben wir nämlich noch acht und zwölf.
Also einmal wild durch die Bank. Wir haben gerade darüber gesprochen,
dass ihr aktuell keine Regeln haben, die für alle gelten.
Ich würde dann jetzt wieder zum Anfang springen, also vor fünf Jahren,
wo ihr da so ganz mutig ein anderes Beziehungskonzept ausprobiert habt.
Wie offen wart ihr denn damit?
Also habt ihr das Familien gesagt, Freundinnen gesagt und das habt ihr geerntet?
Ja, die meisten Menschen haben einfach reagiert mit, aha, spannend.
Oh, wie schön.
Meine beste Freundin tatsächlich auch. Aber dann hatte ich eine Freundinnenschaft,
die Person meinte zu mir, sie mag mich trotzdem noch.
Und ich war so ein bisschen so, ich wusste nicht, dass das zur Debatte steht irgendwie.
Wir haben heute auch keinen Kontakt mehr, weil das dann aus mehreren Gründen
einfach nicht mehr gepasst hat.
Komm, ich mach's nochmal drauf. Ja, das ist eben Familie, Elternschaft. Immer Party.
Schau mal, bitteschön. Geh mal an deinen Zimmer damit nochmal.
Geh mal los. Ja, wo war ich?
Geduld ist eine Tugend und du hast viel davon, offensichtlich.
Ja, mal mehr, mal weniger, ne? Jetzt piepst es dann, habe ich schon wieder.
Ja, also solange es piept, können wir nicht weitermachen. Ich versuche mich
nochmal dran zu erinnern, was die letzte Frage war.
Jetzt ist es aber so leise, glaube ich, dass es okay ist. Mit dieser Person
habt ihr keinen Kontakt mehr. Ah, genau, Freundinnenschaft, ja.
Genau, also mit dieser Person habe ich keinen Kontakt mehr. Da habe ich den Kontakt abgebrochen.
Ich war verlobt zu der Zeit mit meiner damaligen Partnerin und wir haben dann
auch geheiratet, als wir schon in der polyamoren Beziehung eben waren, Verbindung.
Damals war es auch so, dass wir alle vier miteinander zusammen waren, also jede mit jeder,
das sogenannte Unicorn-Quad und ja, mit der Zeit haben wir dann eben ein bisschen
ausgelotet noch, welche Beziehung irgendwie wie ist oder was braucht auch,
weil wir am Anfang viel gedacht haben auch,
jetzt springe ich gerade, aber es passt gerade so gut dahin.
Wir haben nämlich dann auch gedacht, dass alle Beziehungen so gleich sein müssen, so absolut gleich.
Mein Schatzi, du musst jetzt bitte aber draußen bleiben, sonst muss ich die Tür hier zumachen.
So.
So.
Genau. Also.
Das Letzte, was du gesagt hast, war Beziehungen. Wir haben gedacht,
Beziehungen müssen gleich sein.
Genau. Aber Beziehungen brauchen das, was sie brauchen. Also verschiedene Menschen
haben verschiedene Bedürfnisse in Konstellationen. Und das durften wir lernen.
Aber das war auch ein ganz schönes Learning erstmal, wenn man dann irgendwie
in Stress ausgeartet ist mit jeder Beziehungsperson.
Möglichst gleich viel Zeit oder intensive Zeit oder dabei braucht die eine vielleicht
eher Ruhe und die andere Action und mehr oder weniger Zeit und dass die Bedürfnisse
da unterschiedlich sind.
Das ist unser größtes Learning dahin gewesen, gerade am Anfang.
Ja, glaube ich. Zumal, wenn ich mal so versuchen würde aufzuzählen,
wie viele Beziehungen ihr da gleichzeitig gemanagt habt.
Also jeder Person hat eine Beziehung zu sich selbst, eine Beziehung zu jeder
anderen Person Und es gibt ja noch die Alle-Zusammen-Beziehung.
Also das sind ja mindestens 15 oder so.
Und das ist, ja, das kann ich mir vorstellen, dass es herausfordernd war.
Und das habt ihr dann im Laufe der Zeit verändert, dass ihr anerkannt habt,
dass jede Beziehung individuell ist wie so eine kleine Pflanze,
die andere Dinge braucht.
Ja, genau, genau. Da habe ich auch damals einmal einen Beitrag geschrieben,
dass es eher ist wie ein Garten und nicht wie eine Matheaufgabe.
Oder ich sage auch ganz gerne, ja, oder. Also ich meine, das passt ja ganz gut.
Verschiedene Pflanzen brauchen auch verschiedene Sachen. Und nicht alle brauchen
gleich viel Wasser oder Sonne oder die gleiche Erde. Und das finde ich schon einen guten Vergleich.
Und sonst ist es halt so eine Matheaufgabe und das ist es halt einfach nicht in Beziehungen.
Nee, zumal also das, was Mathe und Beziehungen ja wirklich eklatant unterscheidet,
ist, dass es in Mathe ein Richtig und Falsch gibt, in Beziehungen nicht. Ja.
Genau. Und als ihr das, wie hast du gerade gesagt, Quadruppeleinhorn?
Das Unicornquad.
Oh, Unicornquad, genau. Das Wort kannte ich noch nicht, finde ich aber wunderbar.
Ich muss ein bisschen überlegen, wie das Einhorn da reinkommt.
Aber das Einhorn bezeichnen wir ja eigentlich eine Person oder in dem Fall eine
Beziehung, die zu einer bestehenden Beziehung dazukommt.
Es ging darum tatsächlich, also wir haben das auch in einem Art Lexikon,
in Polylexikon gefunden, dieses Wort. Und es ging darum, dass halt jede,
also gerade in einer Viererkonstellation, jede Person mit jedem,
das käme so selten vor, dass es halt wie ein Einhorn ist.
Ja, das kann man wirklich einfach so sagen und ich kenne auch keinen Unicorn
Quad, was langfristig funktioniert und ich kenne keine echte Triade,
also wo alle miteinander in romantischer Beziehung sind,
was doch eine kenne ich, die über mehr als zehn Jahre gehalten hat.
Weil das bedeutet ja eben, dass jede einzelne Beziehung auch langfristig angelegt
ist und funktioniert und Langzeitbeziehungen sind, wie wir wissen, ja, Unicorns ist fast.
Und wenn man das dann vier hat, das ist schon krass.
Habt ihr zu dem Zeitpunkt polyfidel gelebt, also polytreu gelebt,
dass keine anderen Menschen dazukommen durften?
Ja, genau.
Ja, okay. Und dann habt ihr den Account gestartet?
Und was war eure Motivation, das zu tun? Also other than andere Menschen damit
zu unterstützen und dass sie von euch lernen dürfen?
Das habe ich jetzt mal so zusammengefasst, ob das so für dich passt.
Ja, es ging mir oder ging uns um Sichtbarkeitsarbeit, also wirklich zu zeigen, hey,
es gibt Familien, die vielleicht anders sind als das, was man sonst so in Büchern
oder im Fernsehen oder in Zeitungen sieht und es gibt sie und guck mal,
da ist gar nichts so Besonderes.
Also das war immer eigentlich unser Ziel, dass wir nicht das zeigen so von wegen,
oh, wir sind hier fancy fancy und wir geht jetzt hier voll ab und keine Ahnung,
weil die Leute oder am Anfang haben wir oft so Nachrichten gekriegt von wegen,
ah, bei euch ist bestimmt immer Action und Party und keine Ahnung,
aber die einzige Party und Action bei uns ist eigentlich, weil so viele Menschen
da sind, aber das ist halt, glaube ich, in allen Großfamilien so und also das
ist halt kein Unterschied.
Und den Unterschied, den wir machen, ist natürlich, dass hier jetzt so, wie wir hier 2026 sind,
Dass sie drei Erwachsenen sind, die sich um die Kinder kümmern und sich aufteilen
und zum Beispiel meine Beziehungsperson jetzt auch nochmal mit Ende 30 eine
Ausbildung gestartet hat zum Beispiel,
was sie sich vielleicht in einer Zweierkonstellation gar nicht so getraut hätte,
weil jetzt aber mehr Schultern halt tragen als eine Beziehungsperson,
eben auch den Alltag und alles drumherum.
Ja, genau. Also gerade wenn Kinder noch so klein sind, ist das mit Berufsveränderungen
schon auch einfach wirklich schwierig eigentlich.
Aber ihr habt drei Personen. Genau.
Okay, dann habt ihr den Kanal gestartet. Wahrscheinlich mit sehr wenigen Followern
und dann seid ihr relativ schnell sehr groß geworden. Magst du ein bisschen
so die, also wir sprechen ja heute am 30.
März, das heißt zum 1. April beendet ihr den Account.
Ihr habt ja sicherlich so ein bisschen Rückblickstimmung auch.
Was habt ihr erlebt in der Zeit?
Was hat euch bewegt? Also was gab es für große Ereignisse? Magst du mal so ein bisschen erzählen?
Wir haben tatsächlich von jetzt auf gleich in wenigen Wochen tatsächlich von
keine Follower auf 10.000 hoch und waren so, what, das hätten wir nie erwartet,
dass da überhaupt so viele Leute Interesse haben.
Ich meine, jetzt wo wir schließen, sind wir gerade ganz aktuell bei 38.
Wir waren bei 40, aber jetzt gehen die Leute natürlich auch nach und nach, haben sie auch richtig.
Ich meine, wir löschen den Account ja eh, also alles cool.
Und so viel kommt da ja nicht mehr, außer die Erinnerung, dass wir zumachen.
Moment mal, nur, dass ich das richtig verstanden habe, ihr löscht den Account,
ihr lasst den nicht stehen?
Nein.
Ach, wie schade.
Wegen der Verwaltung tatsächlich. Also ich will einfach nicht,
dass Menschen noch weiterhin auf Bilder, wo ich drauf bin, zugreifen können,
ohne dass ich es vielleicht auch im Blick habe.
Und wir wollen nicht mehr, dass man da Nachrichten hinschreiben kann,
dass man damit noch irgendwas machen kann tatsächlich.
Also ich denke, unser Erbe, das, was übrig bleibt, sind so Podcast-Folgen.
Beziehungsweise werden wir eben auch auf unseren einzelnen Kanälen,
die wir Beruflichkeit ansonsten nutzen, immer wieder auch darüber sprechen,
also auch über Polyamorie, über Familie und alles, was dazu gehört. Aber,
Wir haben für uns einfach beschlossen, dass es zu viel wird,
dauerhaft so über den Alltag zu sprechen.
Das wird einfach zu anstrengend, auch weil wir gemerkt haben,
man ist gedanklich halt auch immer, okay, was kann ich für Content machen aus meinem Alltag?
Du kannst nicht gut abschalten, also ich kann es nicht.
Und wenn ich dann sowieso noch die anderen beruflichen Accounts habe und das
irgendwie alles laufen muss, wird es uns einfach jetzt zu viel.
Und wir haben schon mal darüber nachgedacht, dir zuzumachen und waren jetzt
so irgendwie, war jetzt die Zeit, wo wir gedacht haben, es reicht jetzt.
Genau, aber zum Anfang zurück, warum wir das gemacht haben, ist wirklich die Sichtbarkeit.
Wir wollten zeigen, guck mal, hier sind die Menschen und du kannst uns Fragen
stellen, solange sie nicht unter die Gürtellinie gehen.
Weil ich glaube, dass das am besten funktioniert, eben wirklich einfach zu zeigen,
guck mal, das ist gar nicht besonders, also nicht besonders abgefahren,
nicht besonders komisch, verrückt, was weiß ich.
Also das sind so Sachen, die Menschen vielleicht manchmal assoziieren oder wir
haben zum Beispiel jetzt super viele Nachrichten gekriegt mit,
ja, am Anfang dachte ich auch so, was zum Geier machen die da?
Und jetzt finde ich euch einfach super cool und bin so traurig,
dass ihr den Account schließt.
Also so, dass man einfach sieht, das sind auch nur Menschen hier,
diese happy poly family.
Das ist nichts. Ja.
Ja, also da möchte ich mich erstmal bei meinen Hörenden entschuldigen,
weil wenn das Interview erscheint, ist der Kanal weg.
Ich war davon ausgegangen, dass der Kanal bestehen bleibt, ihr nur nicht mehr pflegt.
Ich kann aber voll nachvollziehen, dass ihr sagt, nee, also wenn dann irgendwie
doch Kommentare kommen oder dass die Leute bewegt und wir können es nicht mehr
begleiten, das macht total Sinn, habe ich einfach nicht drüber nachgedacht.
Also an alle Personen, die jetzt denken, oh, das klingt ja interessant,
da gucke ich mir den Account mal an, könnt ihr leider nicht.
Aber ihr könnt natürlich viele Podcast-Folgen hören und könnt euch da durchklicken.
Ich bin mir sicher, es gibt das eine oder andere noch von euch.
Die Gruppe auf Facebook, die
Happy Poly Family Gruppe auf Facebook gibt es glaube ich nicht mehr, ne?
Die müsste noch geheim sein, also da müsste man mich persönlich wahrscheinlich
ansprechen, damit ich müsste nochmal nachgucken. Ich muss gestehen,
ich habe schon länger nicht mehr reingeguckt.
Das heißt, die ist auch nicht wirklich aktiv gerade?
Ne, da kam nicht so viel mehr von den anderen dann auch und wir waren dann eben auf Instagram aktiv.
Okay, dann ist meine vorhin gestellte Frage noch mal wichtiger.
Auf dieser fünfjährigen Reise, die bestimmt auch total crazy war,
weil irgendwie zehntausende FollowerInnen, also ich werde ja schon nervös,
wenn ich auf meinem 700-Account irgendwas poste.
Ja, also magst du noch mal erzählen? Ich höre gerade ein Kind wieder reinkommen,
wenn ich das richtig sehe, genau.
Nee, ich gucke, ich höre mal ganz
kurz. Ich glaube, der beschwert sich nur darüber, dass die Tür zu ist.
Alles klar. Also falls es Nebengeräusche gibt, wir versuchen die rauszufiltern.
Das kann natürlich sein.
Rechnet einfach damit, dass es nochmal passiert.
Familienalltag eben. So ist das. Wir haben hier nämlich auch Osterferien.
Also hier ist eh jetzt Full House. Genau. Auf jeden Fall.
Wie war die Frage nochmal? Sorry.
Was waren so die großen Dinger in den fünf Jahren, die dich bewegt haben,
die einfach dich wachsen lassen haben, die anderen Menschen wachsen lassen haben?
Ich glaube, wo ich super viele Menschen halt auch mitgenommen habe damals oder
wo wir mitgenommen haben, war damals die Trennung von meiner Metamor und mir,
aber sowohl auch dann die Trennung von meiner eben Ehefrau,
haben die FollowerInnen eben auch mitgekriegt, aber auch meine Schwangerschaft
und als ich es dann verkündet habe,
dass ich schwanger bin und auch die Geburt ein bisschen mit und auch darüber
erzählt und sogar meine, meine, meine ADHS-Reise tatsächlich, also mit,
der Diagnostik und wie ich mich dann habe einstellen lassen oder wie das da noch weiterging.
Also auch so Sachen, das sind so große Meilensteine gewesen oder auch.
Ateliereröffnung und wieder Schließung und auch da teilweise,
wenn ich gefragt, manchmal habe ich, weil ich hier noch nicht so viele Menschen
gekannt habe, damals auch einfach gefragt, wer hat denn da Zeit und könnte mir
vielleicht zur Hand gehen und dann gab es FollowerInnen, die sich einfach gemeldet
haben und gesagt haben, ich komme vorbei, ich helfe dir.
Und ich war so, krass, wie cool ist das denn?
Oder ich habe einmal für meine Metamour Fuchs eben, also wie wir sie im Moment
online nennen, eine Überraschung gemacht und habe gesagt, sie darf jetzt eine
Woche nicht auf Instagram gucken.
Und dann habe ich die FollowerInnen darum gebeten, wer möchte,
kann an mein Atelier damals,
ein Geschenk schicken, wer möchte, ein Brief, eine kleine Überraschung,
was selbst gemacht ist, ein Bild gemalt oder der kam, das war dann so ein riesen
Berg und ja, dann hatte ich so, das ist aufgestellt auf dem Esstisch und war so,
also irgendwie, du musst mal kommen, da ist irgendwas.
Wie geil! Das war so, Überraschung! Ja, weil ich sowas halt ganz witzig fand,
aber das war auch diese Community, diese Gemeinschaft, das war immer ziemlich
cool, auch wenn man mal Fragen hatte oder jetzt auch das Abstillen.
Ich habe da super viel geteilt zum Abstillen tatsächlich und das hat Menschen
bewegt und das fand ich einfach total,
das finde ich total bewegend, wenn das Menschen berührt und auch die was für
sich mitnehmen können und das vielleicht auch jemandem den eigenen Weg leichter
macht, egal ob Poly oder Elternschaft oder sonst irgendwas.
Ja, das war so das Bewegendste.
Auch das Neurodivergente, glaube ich, da sich gesehen und interessiert und nicht
abgewertet zu fühlen, war sicherlich total schön.
Ja, auf jeden Fall.
Wirst du das vermissen, die Influencer-Innenarbeit?
Nein.
Also an sich ja, aber nein. Also ich finde die Verbindung total schön,
aber die habe ich zum Beispiel in meiner Arbeit auch immer noch,
weil ich eben auf meinem Fotografie-Account nicht nur, guck mal,
hier sind schöne Bilder, sondern ich will, dass man da in die Tiefe geht,
dass man da genau hinguckt, dass man mal guckt, was bei sich da eigentlich noch
liegt, weil es viel um eigenen,
also Selbstwert, Selbstbild und was ist eigentlich meine Stimme und was ist
so eine Stimme, die ich gelernt habe und solche Geschichten eben ist.
Und ein Stück weit mache ich es ja dann trotzdem noch. Influencer-Arbeit,
nur nicht mehr meinen Alltag.
Ja, das stimmt. Habt ihr mal drüber nachgedacht, hast du mal drüber nachgedacht,
was herzustellen, was diese Reise, auch diesen Account und die Arbeit damit
irgendwie zusammenfasst?
Oder gibt es da vielleicht schon was? Also weiß ich nicht, dass es einen Film
über euch gibt oder dass du in einem Buch die ganzen Posts reinpackst und kommentierst
oder besondere Posts oder so.
Also das ist ja schon, was ihr da geleistet und aber auch ja gewollt habt,
das ist ja total wertvoll.
Und ja genau, habt ihr da Ideen zu?
Das ist so spannend, dass du das gerade sagst. Nee, wir haben überhaupt nicht drüber nachgedacht.
Und das muss ich gestehen. Wir waren einfach nur so richtig,
wir merken, dass uns das jetzt gestresst hat langsam, dass es nur noch so war,
oh Gott, was posten wir jetzt nochmal?
Was sollen wir jetzt nochmal reden? Irgendwann weißt du halt auch nicht mehr,
wenn du das nochmal gesagt hast und nochmal, nochmal, nochmal, nochmal sagen. Und ja.
Ja, aber eine spannende Idee. Witzigerweise kam heute gerade per Post das allererste
Buch, wo ich mitgewirkt habe. Aber mit Fotografie.
Das heißt, Lesbe wird groß geschrieben.
Und das kam gerade. Da ging es eben um Queerness auch und Porträts und was die
Menschen dann über sich selbst erzählen.
Wie spannend. Und es ist natürlich empfehlenswert, nehme ich an.
Ganz auf jeden Fall.
Finde ich das ganz normal im Buchhandel?
Ja, ich meine schon. und ist vom MUC Verlag. M-U-C wird es geschrieben und ich
glaube, ja, es müsste heißen, das wird groß geschrieben. Ja, schön.
Ja, gut, dann bringe ich hiermit die Idee rein, weil ich da natürlich auch Eigeninteresse
dran habe, dass dieser Account einfach nochmal, also eure Reise auch und was
ihr da gelernt habt, irgendwo verewigt wird.
Und wenn du mal irgendwann so ein Brainstorming gegenüber brauchst,
wie könnte man das so machen, dass es so wenig wie möglich,
Ressourcen frisst und so viel wie möglich erreicht, darfst du dir gerne bei
mir einen Termin buchen und dann quatsche ich mit dir darüber,
weil dass ich diese Frage stelle, ich habe natürlich Ideen im Kopf dazu.
Und die erzähle ich dir gerne, wenn du die möchtest.
Ja, ich dachte gerade, jetzt habe ich Bock.
Schön, das finde ich gut. Okay, aber jetzt hast du gesagt, das erste Buch,
an dem du mitgewirkt hast, das heißt, es gibt mehrere, man findet dich also
unter welchem Namen, wenn man nach Büchern von dir sucht?
Nee, das ist wirklich das erste und einzige tatsächlich.
Also es gibt Bücher, wo ich zumindest mit interviewt worden bin.
Wo ist denn das zum Beispiel?
Moment, steh kurz auf.
Mhm.
Das heißt, das Ende des Romantik-Diktats, da war ich mit drin,
da wurde ich interviewt für.
Also da bin nicht nur ich drin, aber da sind mehrere Menschen drin.
Das ist total spannend, weil es da einfach um eine andere Art auf Liebe zu gucken geht.
Das fand ich ganz interessant. Und es gibt auch ein Das alles ist Familie von
der Britta, die als Avalino auf Instagram unterwegs ist.
Die hat mich damals auch interviewt extra für Polyfamilien.
Und da gibt es ein Zitat von mir mit dem Buch. Also da kann ich dich mitwirken sagen, so richtig.
Aber genau, bei dem Lesbe wird groß geschrieben, da sind halt meine Bilder drin.
Ja, genau.
Okay, ich bräuchte hinterher natürlich gerne nochmal Titelautor und Jahr,
damit wir das in die Shownotes verlinken können.
Ja, gerne.
Genau. Okay, ich habe dich ein bisschen unterbrochen mit der Frage bei,
was war noch groß in diesen fünf Jahren?
Was nimmst du mit, was lernst du auch durch dieses in der Öffentlichkeit sein?
Und ich möchte die Frage eigentlich nicht stellen, aber sie ist schon wichtig.
Ihr seid in der Öffentlichkeit, ihr seid weiblich gelesen.
Wie groß war der Hass-Mail-Anteil und wie bist du damit umgegangen?
Wir haben manchmal, vor allem wenn ich einen Post gemacht habe, ein Reel,
wo man dann sagt so, das bin ich, das ist meine Beziehungsperson und zeige da
drauf so in dem Reel und dann zeige ich rüber und sage, das ist meine Metamor,
die sind verheiratet und wir sind nur freundschaftlich und wir sind zusammen.
Da kamen richtig krasse Nachrichten von wegen, du bist ja nur die Sidechick
und lass doch das Ehepaar in Ruhe oder eigentlich ist die Ehe ja kaputt.
Also eigentlich war immer so ein...
Ja, das kann ja gar nicht funktionieren. Wo ich dann gedacht habe,
doch kann, wenn man will und wenn es passt, dann kann das funktionieren.
Weil ich denke da auch immer so, bei einer monogamen Beziehung,
die auseinanderbricht, sagt keiner, ja muss an der Monogamie liegen.
Also es ist doch ganz klar, das kann ja einfach nicht funktionieren.
Zwei Menschen, die alle Bedürfnisse füreinander, nein, Quatsch,
aber darum geht es ja überhaupt nicht, aber genau, die alles füreinander sein
sollen, das kann ja gar nicht sein, so.
Und das ist so, ja, aber vielleicht geht es ja doch und vielleicht ist es für
die Person nichts, aber vielleicht ist es ja was für mich und das ist doch okay, also ich meine,
ich kann doch auch eine andere Lieblingsfarbe haben als du oder ein anderes
Lieblingsessen, denke ich dann immer, es ist doch okay, es darf doch parallel sein einfach.
Und ich spreche dir ja gar nicht ab, dass deins nicht okay ist.
Ja, und ich finde es halt auch immer spannend, dass gar nicht geguckt wird,
wie schön ist es jetzt oder was bringt es mir jetzt, sondern dass der Wert einer Beziehung immer...
In meiner Schuhe!
Lässt sich nicht trüßen. Was ist los? Unbedingt. Dann komm her.
Du willst dich bei mir eindecken? Okay. Steck dich zu.
Ist okay. War das jetzt so wichtig bei mir? Ist okay. Komm her. Steck dich ein.
Du kannst so bei mir kuscheln, ja? Oh, du bist auch ein Mädchen, ich weiß.
Ja, ich halte dich, okay? Du kannst einfach mit mir kuscheln und ich erzähl
noch ein bisschen was, okay? Ich weine, weil ich keine Schokolade kriege.
Du weinst, weil du keine Schokolade kriegst? Ja.
Wir können mir gleich mal gucken, okay, wenn ich fertig bin mit Reden? Ja.
Bleibst du so lange mit mir kuschelnd in der Decke?
Okay, oh je. Was ist das? Was denn?
Ich meine das. Ein Mikrofon, guck mal, ich rede da immer noch mit der Sonja.
Was ist da? Das ist ein Teil von Mikrofonen, Schatzi.
Ja. Ja, klar, was sonst?
Ich kann mich kaputt lachen. Genau, das, was ich gerade sagen wollte,
war, dass ich es schade finde.
Dass der Wert einer Beziehung... Nein, pssch, du musst kurz warten.
Ich höre die Sonja hier auf den Kopfhörern, du musst bitte kurz warten, Schatzi. Kann ich auch?
Komm her, komm, da hörst du mit. Ja, also.
Also, jetzt gerade hält Elena den Kopf ganz nah an den Kopf ihres kleinen Kindes,
so damit das kleine Kind auch mithören kann.
Weil das muss ganz unbedingt auf den Schoß von Elena gerade und kann das nicht aushalten.
Also, wenn ihr die Geräusche hört, dann freut sich gerade das Nanowesen darüber, dass es mithören kann.
Doch, wieder aufstehen. Ja, ein Decken. Ein Decken, ja.
Ja, Elternschaft ist manchmal viel gleichzeitig, gell?
Ja, und auch das denke ich dann halt so, bei der Fotografie ist es so,
dass ich dann auch einfach sagen kann,
okay, ich mache das jetzt abends, wenn die Kinder schlafen oder sonst irgendwas,
aber bei der Happy Poly Family, so, ich komme mal nochmal näher,
bei der Happy Poly Family ist es halt schon so, dass es der Alltag ist,
die man ja dann entweder fotografiert oder filmt, irgendwelche Teile und dann
ist es aber auch dieses bloß nicht zu viel zeigen, weil wir wollen nicht genau
verraten, wo wir her sind, einfach um die Kinder auch zu schützen.
Aber auch nicht, was die Kinder vielleicht genau machen oder wie genau sie aussehen
oder sonst irgendwas. Deswegen auch die Synonyme da.
Genau. Ja, und das ist halt auch ganz schön viel einfach, was man bedenken muss gleichzeitig.
Ja, voll. Ich glaube auch, dass das eine Belastung im Alltag sein kann,
zu wissen, dass es eben schon auch Leute gibt, die ganz absichtlich versuchen,
rauszufinden, wo ihr seid und da wirklich wie ein Schießhund aufzupassen. War das zu viel?
Das ist mir auch schon so gegangen, dass ich dann in Podcast-Folgen gedacht
habe, oh, habe ich jetzt zu viel geredet?
Habe ich zu wenig die Anonymität gewahrt? Das ist einfach echt eine Herausforderung.
Genau, was ich gerade sagen wollte, ist, dass ich es total schade finde,
dass der Wert einer Beziehung immer in ihrer Länge gemessen wird.
Also selbst wenn die Personen recht haben und in einem Jahr ist das alles kaputt,
habt ihr ja trotzdem jetzt gerade was Schönes und was euch allen was bringt.
Und es ist ja nicht nur wertvoll, wenn es für die Ewigkeit reicht,
zumal wir ja alle nun mal nicht ewig leben werden.
Ja, aber ja, ich sehe das ganz so wie du, Sonja.
Also dass Beziehungen, deren Wert an der Länge gemessen wird,
finde ich auch total anstrengend einfach, weil das ist auch so eine Bewährungsprobe irgendwie immer so.
Es wird so gesagt, ja, in fünf Jahren, in zehn Jahren, dann seid ihr ja eh getrennt und keine Ahnung.
Also auch so Nachrichten, die wir dann kriegen. Und ich denke so,
ja und wenn, dann hat das vielleicht nicht mehr gepasst.
Dann haben die Umstände nicht gepasst. Man hat sich auseinanderentwickelt,
man hat andere, was auch immer.
Wir werden trotzdem immer Eltern sein. Das ist ein Ding von uns tatsächlich.
Mein Engel, du redest ganz schön viel dazwischen gerade. Kannst du bitte ganz
kurz das Buch einfach anschauen? Das ist wirklich wichtig, okay?
Du musst ja ein bisschen leiser sein, wenn du jetzt bei mir sitzen willst, ja?
Ja. Du kannst hier sein, aber dann guck mal, du kannst dir die Katzen angucken.
Die findest du viel spannender, das Watzbuch.
Mami, kannst du mir das dranlesen? Nein, ich muss jetzt hier erzählen.
Ich kann das mit dir blättern.
Ja, aber das finde ich auch ganz schlimm tatsächlich, dass das so ist,
dass die Länge der Beziehung so relevant ist für Menschen.
Und dann denke ich auch immer so, ab wann darf ich denn sagen,
haha, funktioniert? Ab 5, ab 10, ab 25?
Ab wie vielen Jahren?
Ja, und wie lange Discomfort muss ich aushalten, weil ja die Länge so wichtig ist.
Das heißt ja auch, ich darf nicht gehen. Und wie viel muss ich denn aushalten,
bevor ich gehen darf? Also ich finde das wirklich schwierig.
Ja, das finde ich auch super, super schwer.
Und ich finde auch, dass Trennung immer eine Option sein sollte,
wenn es danach beiden besser geht.
Voll.
Oder, ne? Also Trennung ist ja immer nur zwischen zwei Menschen,
selbst in einem Polykül, in einer Triade oder sonst wo, weil es ja um eine Beziehung
geht, die nicht mehr funktioniert.
Ja, voll. Und ich finde auch, vor allem ist es in meiner Meinung nach auch so,
dass eben selbst wenn die Liebesbeziehung endet oder freundschaftliche Beziehung
oder wie auch immer, wir sind ja in dem Fall immer noch Eltern.
Und das ist halt was ganz anderes. Das kann man nicht einfach kappen. Das ist halt so.
Da werden wir miteinander auskommen, bis die Kinder 18 sind und selber entscheiden,
wen sie halt einladen zum Kaffee, wenn sie ausgezogen sind oder keine Ahnung.
Aber das ist ja dann was ganz anderes. Das ist ja jede individuelle Beziehung
eben zum Kind auch nochmal.
Ja, aber das sieht unsere Gesellschaft ja auch anders, ne?
Ja, aber die Gesellschaft sieht das auch anders.
Genau, weil also Elternschaft, sagen sie immer, besteht weiterhin.
Aber wenn du mit Partnerpersonen, mit denen du keine romantische Beziehung mehr
hast, weiterhin Kontakt pflegst, freundschaftlicherweise oder auf einer Party
zusammen bist, weil eben die Kinder auch da sind, dann wird das beäugt und wird
gesagt, das kann doch nicht funktionieren.
Also Beziehungsende heißt in der Gesellschaft ja immer Kontaktabbruch.
Und das ist für die Kinder ja die Hölle. Und das ist einfach nicht klug, das zu machen.
Insofern stimme ich da ganz dir bei, dass die Elternschaft ist halt für immer.
Mindestens bis die Kinder 18 Jahre alt sind.
Ja, und dann ist es ja, aber es sind ja erwachsene Menschen,
die dann eben Beziehungen führen und entweder haben wir eine schöne Beziehung
miteinander hingekriegt oder bauen sie noch auf vielleicht auch.
Also wenn ich da an meine Mutter auch denke, wir haben eine richtig gute Beziehung
gekriegt, als ich schwanger geworden bin.
Und dann hat sich das erstmal so richtig nochmal aufgebaut. Ich meine,
wir waren vorher nicht wirklich schlecht, aber es ist schon noch schöner und
enger geworden mit der Schwangerschaft, weil sich die Beziehung da auch einfach,
auch da die Beziehung verändert hat.
Und das ist ja auch normal. Nichts ist so stetig wie die Veränderung.
Voll.
Okay, ich möchte nochmal kurz fragen. Also wir sind abgebogen an der Stelle,
als ich gefragt habe, wie sind eigentlich Menschen mit euch umgegangen in der
Zeit? Also auch die Menschen, die nicht nett waren.
Gibt es noch irgendwas, wo du sagst, also wenn ich auf die fünf Jahre zurückgucke,
das ist was, was hat mich echt bewegt. Das war groß. Das hat meinen Alltag oder
mein Leben beeinflusst.
Du konntest es nur falsch machen online eigentlich ganz oft.
Das fand ich wirklich extrem anstrengend und mit ein Grund, warum wir den Account
auch schließen, weil es da um unser Privatleben geht und wir dann manchmal zum
Beispiel, wenn ich gesagt habe, er ist in Fremdbetreuung, war es nicht okay.
Wenn ich gesagt habe, also nicht wegen der Fremdbetreuung, wegen dem Ausdruck.
Mir geht es jetzt gerade um das Wort.
Nicht nur um die Fremdbetreuung an sich, aber Fremdbetreuung.
Das ist ja gar nicht fremd, wenn er die dann kennt. Wenn ich Tagesmutter sage,
kriege ich genauso Lack.
Also das war einfach so anstrengend, dass du oft wirklich 20 Mal überlegen musstest,
wie formuliere ich das jetzt?
Und trotzdem ist irgendjemand davon wütend, pissend, was weiß ich.
Aber irgendwann dachte ich auch so, nee, einfach nee. Ich sage das,
wie ich das will und wenn es dich stört, dann kann ich es auch einfach unkommentiert
lassen. Ich muss auch nicht jedem antworten.
Das war irgendwann am Anfang dachte ich, ich muss jedem antworten,
immer reagieren. Und irgendwann dachte ich so, nee, ich muss auch nicht auf alles eingehen.
Das kann ich auch einfach stehen lassen.
Aber das war bestimmt ein ganz schönes Learning.
Ja, voll. Aber das ist wirklich so ein Ding, was ich total anstrengend finde,
auch wenn man vielleicht sogar Fehler macht, wo man dann sagt,
hey, das da war jetzt echt nicht so cool.
Es ist halt ein Unterschied, ob man dann gleich so, du hast es falsch gemacht
oder ob man sagt, ey, guck mal, ich glaube, das da war jetzt nicht so cool.
Vielleicht magst du dich da nochmal einlesen oder weiß ich nicht,
kommt natürlich auf das Thema an. aber gerade zum Beispiel mit sensible Sprache,
finde ich es auch zum Beispiel auch immer schwierig,
Dass teilweise, wenn man eine Selbstbezeichnung hat, man gesagt kriegt,
warum sagst du nicht innen?
Aber weil du dich selber so bezeichnen kannst, wie du willst, das ist dein Ding.
Hör auf, bitte was dazu zu sagen. Hör auf, andere Selbstbezeichnungen zu kommentieren.
Ja, es ist halt immer noch nicht angekommen, dass eben Beziehungen keine Mathe
sind, dass es da eben nicht ein richtig und falsch gibt.
Was ich an der Stelle auch wirklich wichtig und spannend finde,
ist, dass wenn in unserer Gesellschaft negative Gefühle bei jemandem entstehen,
dann hat dieser Mensch das Bedürfnis, die Person,
die die negativen Gefühle auslöst, mit in die Verantwortung zu ziehen.
Und ich finde es unglaublich, dass das immer erwartet wird.
Also ich meine, du bist zwar mit deinen Worten und deiner Präsenz die Auslöserin
für die negativen Gefühle, aber du bist ja nicht der Grund.
Und du hast erst recht keine Prozessverantwortung. Und ich finde es manchmal
richtig dreist, wie die Leute dich benutzen, in Anführungsstrichen, für ihren Prozess.
Also alle InfluencerInnen. Weil die könnten ja auch sagen, das hat mich beschäftigt. Oh, spannend.
Ein Gefühl ist ja immer ein Sensor, dass ich etwas angucken soll.
Wen könnte ich denn fragen, das mit dem anzugucken? Möchte ich das alleine machen?
Nein. Die schreiben dir direkt zurück und geben dir die Schuld für diese Gefühle.
Und das ist ja in unserer Gesellschaft immer so. Jemand macht was falsch,
also muss jemand anders etwas anders machen. Und nicht ich selber.
Also jemand tut etwas, das sich für mich falsch anfühlt und dann hat die andere
Person was zu tun und nicht ich.
Und das ist ja Quatsch. Wenn ich negative Gefühle habe, ist das ein Zeichen
aus meinem System und ich darf mich darum kümmern und nicht die andere Person.
Ja, total.
Sollte habe ich dich niedergeredet, du wolltest antworten darauf.
Alles gut, völlig fein. Aber ich hatte direkt was im Kopf, nämlich weil zum
Beispiel hatten wir eine Zeit lang eine Wurmkiste kultiviert.
Und nur weil wir das erwähnt haben, ohne es zu zeigen, weil wir ja wissen,
vor Bienen und Co., Gab es so einen, wir müssten ja eine Triggerwarnung reinmachen,
bevor wir darüber reden.
Oder auch, wie es sein konnte, wir hatten eine Zeit lang Schnecken als Haustiere
und wie es dann sein kann, dass wir die einfach zeigen.
Weil andere Menschen haben ja Angst davor. Also irgendwann wurde es wirklich
anstrengend in so Sachen.
Wahrscheinlich dürfte ich auch, wenn ich Fleisch essen würde,
kein Fleischgericht zeigen, weil sich jemand davon irgendwie angegriffen fühlt.
Also davon ganz abgesehen, dass ich es nicht esse, aber das ist mir doch egal,
wenn es jemand anderes in der Story hat.
Also so Sachen halt einfach, da halt mehr Eigenverantwortung würde ich mir schon
wünschen. oder auch einfach, wie man dann den Ton angibt einfach.
Selbst wenn man sagt, hey, das da war jetzt doof, musst du ja auch nicht sagen,
du bist scheiße, weil das doof war. Ja. Das ist schon ein Unterschied.
Ja, voll.
Mir fällt da konkret auch noch was ein, als ich damals,
Eine Babyparty hatte für Nano. Da gab es Kommentare und Nachrichten,
weil ich gesagt habe, wir haben übrigens den Namen verkündet und er macht sich
ja dann bald auf den Weg irgendwie dann so und wie das denn sein kann,
dass wir dann Geschlecht feiern und irgendwas.
Und ich war so, ich habe seinen Namen verkündet und es ist halt ein männlicher Name.
Ja, mehr habe ich nicht getan. Ich habe weder blau gefeiert,
seinen Penis gefeiert oder sonst irgendwas, sondern einfach,
hey, übrigens wollte ich euch erzählen, mein Kind wird so und so heißen.
So, und natürlich online nicht, sondern nur geschrieben, dass wir uns ursprünglich
überraschen lassen wollten.
Er es uns aber sehr deutlich gezeigt hat, wofür er sich für jetzt entschieden
hat, zumindest für den Moment.
Und wie es zumindest jetzt gerade ist und mal sehen, was die Zeit noch bringt.
Aber dass es eben sehr eindeutig war.
Und ich sage immer gerne, es hat ausgesehen, als würde er sich aufs Faxgerät setzen.
Das war halt einfach sehr witzig und das war so, alles klar,
du weißt du willst hier ganz klar machen,
was du gerade zwischen den Beinen hast, aber ja da gab es auf jeden Fall sehr
miese Nachrichten dazu, das sieht ja krass enttäuscht von uns werden und was
weiß ich nee, wir hatten keine Gender-Reveal-Partys, soll jeder machen,
wie er will, meiner Meinung nach,
unser Ding ist es halt nicht aber diese,
Anfeinungen wirklich oder Enttäuschung und was weiß ich, wo ich gedacht habe,
fahrt mal alle in Gang runter.
Ich habe seinen Namen verkündet. Und es ist halt einfach, wir haben tatsächlich
nämlich damals wegen italienischen Schreibweisen und sowas rumüberlegt,
wie man was wie macht und bla und auch bedacht,
dass es zum Beispiel nicht nach einem weiblichen, Andrea zum Beispiel auf Italienisch
ist, im Deutschen einfach ein Frauenname und dass er dann halt damit aber anecken
könnte oder Probleme kriegt oder damit geärgert wird.
Solche Sachen sind mir dann halt erstmal wichtiger.
Und dann darf er gerne auch einen Namen jetzt einfach haben,
der männlich oder weiblich gelesen wird.
Ja.
Und was die Zukunft bringt, sehen wir sowieso.
Richtig. Ich muss da an einen meiner Lieblings-Podcasts, Couple of,
denken. Den möchte ich hier mitpitchen, weil der wirklich super toll ist.
Das war ursprünglich ein Paar, die haben über alle möglichen Dinge geredet und tun es noch.
Die sind im Design und es ist einfach wirklich witzig und unterhaltsam.
Und dann haben die sich irgendwann getrennt.
Und die haben solche Hass-Mails bekommen und so wirklich so Anschuldigungen.
So, wie soll ich noch an Liebe glauben, wenn ihr euch trennt?
Und jetzt habe ich total Angst, meine Beziehung zu verlieren.
Wie konntet ihr das? Und so.
Und die haben eben auch rausgearbeitet. Es kommt sehr darauf an.
Also natürlich, wenn du irgendwie fünf Jahre jemandem folgst und dann trennen die sich.
Und du dachtest, das ist das perfekte Paar. Und wenn die es nicht schaffen,
schaffe ich es auch nicht.
Natürlich bewegt das Menschen. Und ich fände es auch total okay,
das einfach mitzuteilen und zu sagen, hey, ich finde es voll mutig,
dass ihr das gemacht habt.
Es hat mich in den Prozess gestürzt. Ich wollte euch einfach wissen lassen oder so.
Aber da wirklich so, wie könnt ihr es wagen? Und mein Leben ist total zerstört gefühlt.
Also das fand ich wirklich krass. Und auch als wenn die mit ihrer Trennung und
damit, dass sie weitermachen, nicht schon genug beschäftigt wären.
Ja, genau. Aber das finde ich auch. Tatsächlich haben wir jetzt zum Beispiel
auch, die haben damals bei der Trennung, ich halte gerade den kleinen übrigens
hier vom Mikrofon weg. Also wenn ihr da Geräusche hört oder ich mich komisch
anhöre, wisst ihr warum. Aber ich glaube, sonst wird das nichts.
Bei der Trennung damals kamen auch Nachrichten wie, wir sind ja denen schuldig,
eine Antwort und bla. So Leute habe ich einfach probiert.
Was?
Wo ich denke, nee, ich bin dir gar nichts schuldig. Du kannst froh sein,
dass ich über dein Leben erzählen will.
Und ja, so Sachen halt. Und jetzt kamen halt schon auch viele Nachrichten,
wie traurig die Leute sind oder dass sie das voll mitnimmt und bewegt,
aber dass sie die Entscheidung auch verstehen können und ja,
dass sie traurig sind, das ist ja auch völlig nachvollziehbar und völlig in Ordnung.
Ich bin aber froh, dass sie dann trotzdem auch sagen so, ich finde das so traurig.
Ich bin vielleicht sogar richtig enttäuscht und ich kann es trotzdem verstehen.
Mhm.
Genau, wir waren bei Enttäuschungen von Menschen. Und ein letztes Mal gibt es
noch was, was du von den fünf Jahren gerne mitgeben möchtest für diesen Podcast,
was dich bewegt hat, was dich beeinflusst hat.
Außer, dass du offensichtlich lernen musstest, Grenzen zu setzen,
zu halten und dich nicht um andere Menschen zu kümmern, wenn sie unverschämt sind.
Ja, auf jeden Fall. Also, dass nicht jede Meinung eine relevante für dich sein muss.
Also, das denke ich auch ganz oft so.
In erster Linie denke ich immer so, okay, macht es sich glücklich?
Okay. Verletzt es niemand anderen? Okay, dann ist doch alles okay.
Also, weißt du, das ist so, das ist eigentlich das, was man sich fragen sollte.
Okay, macht es sich glücklich? Okay. Tut es jemand anderem weh?
Nee, okay. Dann ist doch alles in Ordnung.
Und dich selbst werde ich auch nicht verletzen, bitte. Das ist ja mit inbegriffen,
würde ich sagen, aber nur mal fürs Protokoll.
Ja, ich glaube an vielen Stellen ist es tatsächlich auch, wir haben in unserer
Gesellschaft einfach wenig gelernt, mit Emotionen und Beziehungen und so umzugehen.
Und manchmal ist es auch wirklich eine echte Not.
Und das ist natürlich trotzdem keine Entschuldigung, sich zu benehmen wie eine offene Hose.
Absolut.
Und gleichzeitig zeigt es aber eben auch, dass, also ich meine,
wie schlimm, dass sie keine Möglichkeiten haben, diese Emotionen aufzufangen
in ihrem Umfeld im Grunde genommen.
Voll, voll.
Ja. Genau, ich habe noch so zwei, drei Themen hier. Das wird jetzt ein kleiner Hopsa.
Ich überlege gerade, ob wir erst noch das mit dem Account zu Ende machen.
Ich glaube, da hast du schon viel zu gesagt. Vielleicht kommen wir da noch mal hin.
Als ihr eure Beziehung gestartet habt, also als ihr das ganze Projekt gestartet
habt und die Beziehungen schon eine Weile liefen und das dann auch umgemodelt
wurde aus verschiedenen Gründen,
da musstet ihr euch ja ganz viel mit Einvernehmlichkeit auseinandersetzen.
Was ist das überhaupt? Wie kann man das herstellen?
Und so weiter. Magst du mir mal deine Meinung, deine Ansicht,
deine Einsichten dazu erzählen, was ist Einvernehmlichkeit und wie handelt man die in CNM?
CNM?
Konsensueller Nichtmonogamie. Ah, gut, dass du fragst, weil die Hörenden möchten
das vielleicht auch wissen.
Ja, vielleicht. Ähm,
Ich denke, Einvernehmlichkeit ist vor allem krass wie Kommunikation und vor
allem, dass man eben darüber reden muss.
Und manchmal ist es aber ja auch da für manche Menschen schwieriger,
darüber zu reden oder nicht so oder einfacher, schwieriger oder einfacher.
Und trotzdem ist es so wichtig, wirklich darüber zu reden und seine Grenzen
klar zu kommunizieren, weil nur dann kann man darüber reden und auch gucken,
wo man sich einpendeln kann oder was vielleicht der nächste Schritt ist.
Und genau, also ich denke, man muss halt deutlich drüber reden über seine Grenzen,
über das, was man will, was man nicht möchte, damit man auch wirklich darüber
reden kann und nicht dann im Nachgang so,
ich fühle mich jetzt blöd damit, aber ich habe ja eigentlich gar nichts dazu
gesagt oder ich habe ja eigentlich gar nicht oft darüber geredet,
das ist halt super schwierig,
weil es halt die eigene Verantwortung, seine Grenzen auch offen zu nennen,
vor allem, wenn dann vielleicht auch Raum dafür da ist und da vielleicht auch
Dinge abgesprochen oder abgefragt werden.
Und man sollte meiner Meinung nach wirklich ganz klein anfangen.
Also wir haben damals, das war schon gut so, gerade für Newbies,
wir haben damals angefangen, wie darf man Händchen halten?
Darf man, wenn man sich begrüßt eigentlich, wenn man sich das erste Mal sieht,
seit Tagen einen Kuss geben oder ist das der primären, bei uns war es damals
noch primär und sekundär tatsächlich auch.
Ist das der primären Person vorbehalten oder was ist der primären Person eigentlich vorbehalten?
Was braucht die primäre oder was braucht die jeweilige Beziehungsperson,
egal ob primär oder nicht?
Was brauchen die Beziehungen für sich, um sich gut, sicher und schön anzufühlen?
Oder was macht Unsicherheit? Und da wirklich deutlich drüber zu reden und sich aber selber auch mal im,
selber im Klaren darüber zu sein, was will ich eigentlich und was will ich nicht.
Das ist halt auch schon super schwer.
Ja, voll. Die eigenen Grenzen zu spüren, sie zu kommunizieren und auch zu kommunizieren,
wenn ich sie nicht kommen sehen habe.
Also wenn ich es vielleicht einer Absprache zugestimmt habe,
weil ich dachte, ja, das kriege ich hin, das passt für mich.
Und dann stelle ich im Verlauf des Lebens fest, naja, nee, da ist eigentlich
eine Grenze, die ich bisher nicht gecheckt habe.
Und dann den Mut zu haben, das nochmal aufzubringen und die Meinung zu ändern.
Zu einer Absprache. Und wie mache ich das überhaupt?
Muss ich das vorher sagen? Darf ich meine Meinung überhaupt ändern?
Das sind halt alles super wichtige Prozesse.
Und Spoiler Alert, natürlich darf ich meine Meinung ändern. Es wäre gut,
wenn ich das vorher kommuniziere, bevor irgendwas passiert ist.
Also es ist natürlich nicht okay zu sagen, ja, ich stimme zu,
dass ich auf dieser Party niemand Fremdes küsse und dann überlege ich mir auf
der Party, ich ändere meine Meinung und tue es dann einfach.
Nein, nein.
Dann ist erstmal die Party vorbeigehen lassen, hinterher sagen,
du, ich habe gemerkt, ich würde das trotzdem gerne machen, können wir eine neue Absprache treffen.
Ja, also wie ich mit Meinungsänderungen in einer Einvernehmlichkeit umgehe,
ist für mich, finde ich, total relevant.
Und wie ich auch mit einem Vielleicht umgehe. Wie siehst du das?
Also es gibt ja nicht immer ein total enthusiastisches Ja oder ein ganz klares
Nein, sondern es gibt ja ganz viel dazwischen. Wie habt ihr das gehandelt?
Babysteps haben wir es genannt. In ganz kleinen Zwischenschritten aufgeteilt,
aufgedröselt tatsächlich teilweise.
Mit vielleicht, als wir zum Beispiel, ein ganz großer Cut war für uns so Einzeldates,
also nicht die primäre, ich sage jetzt mal nicht die primäre Beziehung,
sondern die sekundäre Beziehung konnte dann auch mal zu zweit was machen,
statt immer nur zu viert oder zu dritt.
Und das war dann vielleicht so ein, ja, vielleicht mal eine halbe Stunde alleine spazieren gehen. So.
Dann vielleicht mal eine Stunde irgendwas unternehmen. Also so Sachen, das meine ich wirklich.
Ich meine wirklich Baby-Steps, so ganz kleine Mini-Pupsi-Stritte.
Ja, also halte ich auch für die beste Strategie, wenn es alle aushalten.
Und wenn es jemand nicht aushält, dann zu gucken, was brauchst du denn, damit du es aushältst.
Und die Baby-Schritte, also ich führe das mal noch ein bisschen aus.
Ich weiß nicht, ob es bei euch so ist.
Also wirklich eine halbe Stunde draußen in der Öffentlichkeit spazieren gehen,
gucken. Wie geht es wem damit?
Zu wenig?
Zu viel? Zu schnell? Dann vielleicht eine Stunde? Vielleicht dann in einem Restaurant?
Und was ist es überhaupt, was es für mich schlimmer oder besser macht?
Ist es Öffentlichkeit, nicht Öffentlichkeit? Ist es Länge?
Ist es mit oder ohne Übernachtung? Ist es mit oder ohne Affekten,
also Public Display Affection?
Ist es mit oder ohne Berührungen, die von der Öffentlichkeit als Partnerschaft gelesen werden?
Also wirklich Baby-Steps. Und wenn eine Person das nicht aushalten kann,
weil es eh zu schnell oder zu langsam geht, zu gucken, okay,
was brauchst du denn, damit das für dich Sinn macht, damit es dir nicht rotzbeschissen,
sondern nur vielleicht ein bisschen beschissen geht oder am besten gar nicht beschissen.
Das ist ja sowieso das Ziel, aber es geht halt auch einfach manchmal nicht.
Weil wenn ich mit negativen Gefühlen umgehen, lernen möchte,
dann muss ich sie in erster Linie fühlen und haben und das kann ich nicht,
wenn ich in einer totalen Schonungsbubble bin.
Absolut, ja.
Ja, gut. Was mich auch noch interessieren würde, wäre, es gibt ja verschiedene Menschen, die,
Sagen, Polyamorie ist gelebter Feminismus. Also es ist nicht monogam zu sein,
ist in Anführungsstrichen eine Kritik am patriarchalen System.
Wie stehst du dazu? Wie stehst du zu Feminismus?
Also ich halte viel vom Feminismus. Ob jetzt Polyamorie per se feministisch ist,
weiß ich jetzt nicht. Habe ich
mich ehrlich gesagt damit noch nicht auseinandergesetzt in die Richtung.
Wobei ich für mich dann auch wieder denke, das fühlt sich so ein bisschen an,
wie als müsste man dann auch als Feminist poly sein.
Das war gerade so kurz mein Gedanke. Und dann dachte ich so,
finde ich auch nicht so fair.
Das war so jetzt mein erster Impuls tatsächlich. Weil ich denke so,
Feminismus ist ja in meinen Augen, dass wir alle die Wahl haben und dann frei
entscheiden dürfen und wirklich aber auch entscheiden wollen oder dass wir das
auch wirklich wollen. Und ja.
Dass man da auch genau so sich für die Monogamie entscheiden kann,
weil meiner Meinung nach nichts besser oder schlechter ist, sondern seine Daseinsberechtigung hat.
Ja, voll. Genau, es gibt FeministInnen, die sagen, genau das ist Entscheidungsfreiheit
und das heißt eben, natürlich darfst du auch die Monogamie wählen,
wenn die für dich die richtige Beziehungsform ist. Sogar die Form der Monogamie,
da gibt es ja sehr viele Unterschiede.
Du hast vorhin angesprochen, diese eine Person muss alle meine Bedürfnisse erfüllen.
Das ist eine Form der Monogamie. Und eine andere Form der Monogamie ist,
wir sind exklusiv und zwar emotional und körperlich.
Das ist eine andere Form der Monogamie. Das heißt aber nicht,
dass ich in einer Weihnachtsfeier nicht mal auf einen Arbeitskollegen mit dem Mund fallen darf.
So, vielleicht in dem Zusammenhang. Klar.
Genau, also ich sehe das genauso wie du. Also ich glaube schon, dass Polyamor zu leben,
gerade auch Queer-Polyamor zu leben, also nicht-heterosexuell,
dass das ein feministischer Akt ist im Sinne von,
dass es eben, also wenn wir sagen, Feminismus ist Entscheidungsfreiheit,
dass das eben bedeutet, ich zeige nach außen, dass ich mich wirklich entscheiden
kann. Und zwar an jeder Stelle.
Ja, das verstehe ich, ja.
Und das, finde ich, macht für mich schon Sinn.
Aber ich finde es eben auch wichtig, dass du das als erstes gesagt hast,
dass das eben auch heißt, dass ich nicht Polyamor leben muss,
sondern dass Polyamorie ein Ausdruck sein kann von, jede Person kann sich jederzeit
für alles oder für oder gegen alles entscheiden.
Und das ist halt total wichtig, denn das, was uns daran hindert,
sind ja nicht nur die offenen Verbote, die es ja mittlerweile in Deutschland
gar nicht mehr so wirklich gibt,
sondern eher so to be frowned upon, also dass Menschen schlecht davon denken
oder dass es in jeder Beziehung gibt es, ich weiß nicht,
Toni Mazziotta hat da eine Abhandlung darüber geschrieben, über Macht in Beziehungen.
Ja.
Wie viele Ebenen das eigentlich hat in Beziehungen, das Thema Macht, körperliche Macht.
Also eine Person ist stärker als die andere, egal ob männlich,
weiblich gelesen oder tatsächlich.
Es gibt finanzielle Macht, es gibt sogar eloquente Macht.
Also wenn eine Person Sozialpädagogik und Psychologie studiert hat und so,
ist die vermutlich kommunikativ geschulter als die andere Person.
Auch das ist eine Form von Macht. Und das im Kopf zu haben,
das ist einfach total wichtig, aber das zeigt eben auch, wenn ich eine Form
von Beziehung wähle, die nicht im cis-hetero-mononormativen Bereich ist,
dann ist das im Grunde genommen ein Zeigen,
dass wir im Feminismus leben, weil ich mich eben entscheiden kann.
Und insofern würde ich schon sagen, das hängt zusammen, aber das heißt eben
auch, dass ich nicht mono ausschließen muss, sondern dass das Mono ein Teil davon sein kann.
Ja, voll. voll. Ich finde das einfach auch wirklich einen wichtigen Aspekt,
weil das war auch was, was wir manchmal geschrieben gekriegt haben,
von wegen, ich bin halt nur Mono.
Und ich denke so, nee, es ist völlig okay, dass du Mono bist.
Wir können doch einfach alle auf verschiedene Teller gucken.
Das ist doch in Ordnung. Du bist nicht besser oder schlechter.
Darum geht es ja gar nicht. Es geht ja nur um eine andere Perspektive vielleicht auf Beziehungen.
Und vielleicht kann man ja sogar für seine Mono-Beziehungen was mitnehmen,
nämlich Kommunikation, was halt viel selbstverständlicher in meinen Augen in
den Polyamoren-Beziehungen ist. weil man halt so viele Menschen hat,
die irgendwie kommunizieren müssen in dem Sinn.
Und ja, also ich denke, da kann man auf jeden Fall was auch mitnehmen einfach für sich.
Aber es ist nie ein Besser oder Schlechter und das ist mir einfach wichtig,
das auch nochmal gesagt zu haben.
Ja, und ich denke gerade so, also ich habe ja mittlerweile schon Klientinnen,
die zu mir kommen, die nie monogam gelebt haben, obwohl sie schon diverse Beziehungen haben. Und ja.
Also diverse Beziehungen hinter sich haben und ich finde es da auch wichtig,
also ich glaube schon, dass es viele, viele, viele Aspekte gibt,
die ich aus der Polyamorie für eine Monoamorie mitnehmen kann,
aber ich glaube, dass es auch Aspekte gibt, wenn ich tatsächlich das Glück oder,
wenn ich einfach die Tatsache habe, dass ich in einer Bubble groß geworden bin,
wo Polyamorie normal oder sogar erwartet wird, zu gucken, okay,
Was kann ich mit meinem monogamen Mindset vielleicht auch Polys mitgeben?
Weil manche Polys trauen sich ja schon fast gar nicht zu sagen,
aber irgendwie mit der Person hätte ich gerne für eine Weile eine exklusive Beziehung.
Weil es ist dann oft so, hä, willst du monogam sein?
Und da wird dann schon auch in Polykreisen manchmal drüber schlecht geredet.
Und klar zu haben, dass sowohl Monos von Polys was mitnehmen können,
aber eben auch Polys von Monos. Also was kann eigentlich das Schöne sein an
Monoamorie oder an exklusiven Elementen?
Es muss ja nicht gleich eine Monoamorie werden, aber es können ja exklusive
Elemente da sein, die ich einfach brauche oder mir auch wünsche.
Ja, voll. Und da fällt mir aber auch direkt was ein, nämlich was mir auch oft
passiert ist jetzt, wo ich dann eben seit 2023 nur noch eine romantische Beziehung ja führe,
dass mir dann auch das Polysein abgesprochen wird, weil ich habe ja nur eine
Beziehung, also bist du nicht mehr Poly.
Aber dann denke ich auch so, bin ich asexuell, wenn ich keine sexuelle Beziehung
gerade habe oder was? Also das ist so ein Quatsch.
Oder bisexuelle Menschen, die dann, oder was auch im Omni oder was es nicht alles gibt.
Also ich meine, die sind doch dann nicht plötzlich hetero oder lesbisch oder
schwul, nur weil sie gerade die und die und die Beziehung haben.
Also ja, das kam mir nur gerade so. Das war jetzt auch noch so ein Gedanke, den ich dann da hatte.
Weil ja, das ist auch so ein Ding. Und es kann ja auch auf Zeit,
also zum Beispiel ist es bei mir und meiner Beziehungsperson gerade so, dass wir,
ich würde es schon als Polyfidelity betiteln, weil sie hat ja eine weitere Beziehungsperson,
also ihre Ehefrau eben, meine Mitamor, aber es ist ganz klar gerade,
dass keine von uns beiden eine weitere Beziehung haben möchte oder sucht oder forcieren würde,
weil wir beide sagen, wir haben derzeit gar keine Kapazität für weitere Menschen.
Und ich finde da auch so ganz klar zu sein und zu sagen, und da wird auch aber
dann diskutiert so, wenn wir das Polyfidelity nennen, von wegen ja, aber...
Bär ist doch mit Fuchs zusammen, damit ist es doch doch, weil Bär hat ja zwei
Beziehungen und das ist einfach fix und fertig und dann ist das doch auch Polyfidelity.
Also so Sachen einfach, das finde ich immer wieder spannend,
wenn man sich dann so erklären muss im eigenen Label.
Ja, ja, total. Naja, und da fällt mir halt auch noch zu ein,
also erstmal kann es ja wirklich sagen, wenn das ich sage, ich bin an der Kapazitätsgrenze,
ich will gerade gar keine neuen Menschen, zumal wenn jetzt schon eine etablierte
zusätzliche Beziehung da wäre, dann das wäre ja okay,
aber die Kapazitäten werden mit neuen Beziehungen meistens gesprengt,
weil gerade wenn Beziehungen starten und noch alles wirklich möglich ist und
so, ist es einfach für alle total herausfordernd.
Und sich dann zu entscheiden für eine Weile zu sagen, nee, ich habe jetzt gerade
Kapazitäten, Kein Bock darauf, ist halt eine Sache.
Aber es muss halt auch ganz klar sein, also selbst wenn ich Poly bin und denke,
ich kann gleichzeitig zehn Menschen lieben, was ich also schon logistisch sehr
schwierig finde, aber diese zehn Menschen muss man auch erst mal finden.
Also einen Menschen zu finden, der mit meinem Anspruch, und der ist mittlerweile hoch,
auch einfach klarkommt und mithalten kann und wo dann auch die Liebe entsteht,
selbst wenn es auf dem Papier alles passt, heißt ja noch nicht,
dass es dann wirklich eine romantische oder sexuelle Anziehung überhaupt gibt.
Also überhaupt jemanden zu finden, der so gut zu mir passt, dass ich sage,
ich möchte mit dieser Person eine verbindliche Beziehung, eine verbindliche
Verbindung eingehen, das findet man ja einfach nicht mehr in jeder Straßenecke.
Ich habe jetzt letztens gehört von jemandem, um überhaupt eine Freundschaft
in Betracht zu ziehen, braucht es 300 Kontakte mit der Person.
Und ich weiß nicht, ob das stimmt oder ob das nur so. Keine Ahnung.
Ja, aber spannend.
Deswegen ist es so, wenn du in der Schule, fällt es dir natürlich leichter,
Freunde zu finden, weil denen begegnest du in einem Jahr ungefähr 200 bis 300 Mal.
Aber versuch doch mal im Erwachsenenleben jemanden, den du neu kennenlernst,
200 bis 300 Mal zu begegnen.
Also unverbindlich. Ohne dass ich denke, was wird denn das? Möchten wir eine
Freundschaft? Möchten wir uns wiedersehen? Ist es zu viel? Ist es zu schnell?
Also es passiert ja einfach nicht. Und wenn ich dann sage, okay,
ich übertrag das mal und ich brauche auch 200 bis 300 Kontakte,
um diese Person als verbindlichen Menschen in meinem Leben haben zu wollen,
das passiert halt nicht so schnell.
Das heißt, selbst wenn ich Poly bin und sage, ich möchte alle lieben in dieser
Welt, also da eine Person zu finden, wo das passt, das geht ja auch nicht mal eben so.
Absolut. Absolut richtig, ja.
Ja, aber da machen sich die Menschen halt auch oft keinen Gedanken drüber.
Und ich sage das nicht nur für die Menschen, die das kritisieren.
Wieso hast du nur einen Beziehungsmenschen? Du bist doch Poly.
Sondern auch für die Menschen, die sich schlecht fühlen, weil sie gerade...
Ausschließlich einen Beziehungsmenschen haben. Und dann denken,
dann bin ich dann nicht mehr poly, weil ich mich nicht sofort noch zusätzlich
in jemanden verliebt habe. Nein, du musst halt auch die richtigen Menschen finden.
Also richtig im Sinne von passen zu dir und nicht sind die einzigen, die zu dir passen.
Ich finde ja auch, ja genau, the one and only und so.
Aber ich dachte gerade auch, es ist ja auch die Sache dieses,
es heißt doch auch polyamor.
Ich kann mich mit mehreren Menschen verlieben, aber ob ich mehrere Beziehungen
führen möchte, steht auch auf einem anderen Blatt.
Und bei mir ist es jetzt gerade so, dass ich halt einfach mit meiner Selbstständigkeit
nach der Elternzeit und so und jetzt
mit meinen Beziehungen und mit den Kindern, so wie es jetzt halt ist,
genug zu tun habe, dass ich einfach denke, ich finde es auch einer anderen Person
gegenüber einfach unfair, dass ich gar nicht die Kapazitäten hätte,
mich einmal die Woche zu treffen, nicht mal.
Weißt du, so ungefähr, weil ich das, weiß ich nicht, ob ich das schaffen würde.
Ich glaube nicht, weil manchmal habe ich nicht einmal die Woche einmal Monate
ein Date mit meiner Beziehungsperson, sondern das ist so ein,
wir sind froh, wenn wir abends einen Tee zusammentrinken vom Fernseher.
Also ja, weil das manchmal einfach nicht drin ist.
Ja.
Ja, voll gut. Und die dritte und letzte Frage, die ich noch habe,
weil mich total interessieren würde, wie du das siehst oder wie du jetzt auch
rückblickend darauf gucken würdest.
Also du hast ja gesagt, ihr hattet, also ihr habt das auch gemacht,
weil ihr gemerkt habt, es gibt gar nicht so viel und ihr hattet keine Kontakte zur Poly-Szene.
Und mich würde interessieren, also es gibt so einen Satz, den ich immer sage
und zwar jede Beziehung ist nur so gut wie das Netzwerk, das sie trägt.
Das heißt, ich brauche eigentlich immer, wenn ich verbindliche,
romantische oder nicht Partnerschaften habe, auch Menschen, mit denen ich Prozesse
in diesen Partnerschaften verarbeiten kann und zwar welche, die nicht involviert sind.
Also ich würde aus meiner Paarberaterin-Perspektive sagen,
mit deiner Meta Probleme in der Beziehung mit deiner Beziehungsperson zu besprechen,
kann eine Option sein, sollte aber meiner Meinung nach auf ein Mindestmaß reduziert
werden und sollte nicht die einzige Anlaufstelle sein. Wie siehst du das und
wie habt ihr das gehandhabt?
Das sehe ich auch so. Es kommt halt auch immer drauf an, ob man sich,
also es kann auch mal passieren, dass man sich vielleicht gemeinsam über den
Haushalt aufregt oder sowas.
Aber das ist ja dann auch, finde ich, was anderes, weil es ja auch beide betrifft.
Aber ansonsten ist es eher so ein,
dass das eigentlich nicht gemacht wird, sondern eher mit meiner besten Freundin
wirklich besprochen wird oder mit noch einer Freundin im Zweifelsfall.
Also Hauptanlaufstelle ist eben meine beste Freundin, aber ich habe noch so
zwei Freundinnen, die wirklich auch eng sind und mit denen würde ich dann auch
vielleicht das eine oder andere besprechen.
Oder genau so eben, aber nicht mit der Meta, nee.
Und habt ihr euch jemals Unterstützung im Außen von fremden Personen gesucht,
also bei einem Stammtisch oder habt ihr mal,
weiß ich nicht, eine Ehefamilien-Lebensberatung angesprochen oder ein Poly-Coach
oder ein Paarberatung oder sowas. Habt ihr euch jemals Unterstützung gesucht von außen?
Keine professionelle Unterstützung, sondern ich habe damals den Stammtisch im
Mannheim ins Leben gerufen. Den gibt es jetzt immer noch im QZM.
Dankeschön.
Der Queer-Poly-Stammtisch, genau. Und den habe ich damals in meinem Atelier
ins Leben gerufen, eben weil ich das einfach gedacht habe, oh, das wäre cool.
Ich möchte Menschen kennenlernen, weil ich liebe das eigentlich.
Und wann macht man das als Erwachsener so?
Genau.
Und daher war das ganz cool und ich bin ganz froh, dass er weitergeführt wird,
auch ohne mich, weil es mir eben mit der Schwangerschaft 23 zu viel wurde.
Ja, krass, oder? Also 22 habe ich das, glaube ich, gemacht, nämlich damals.
Ja, aber das war ziemlich cool.
Und da habe ich halt manchmal ein Thema angesprochen, gerade weil ich da eher
jetzt alleine noch hingehe.
Damals im Atelier war es ein bisschen
einfacher, da haben wir einfach alle mitgebracht, auch die Kinder und so.
Und jetzt ist der Kleine halt einfach auch zu klein für die Uhrzeit und so.
Und dass ich dann, wenn ich da mal hingehe, eher alleine hingehe.
Ja, und dann habe ich auch schon mal das ein oder andere Thema angesprochen.
Ja.
Ist halt auch ganz cool, einfach mal eine andere Perspektive zu bekommen,
gerade von völlig fremden Menschen, die einen ja überhaupt nicht,
gegebenenfalls überhaupt nicht kennen.
Ja, also auf meinem Stamm, also wenn ich überhaupt mal gehe,
dann gehe ich in Münster auf den Poly-Stammtisch. Und da ist es auch so,
dass die immer so themengebundene Gesprächsgruppen haben, teilweise parallel.
Das heißt, wenn du dann ein Beziehungsthema mitbringst, kannst du dann halt
auch direkt Feedback von, weiß ich nicht, je nachdem wie viele Leute da sind, 20 Leuten hören.
Und das ist, die halt alle schon in irgendeiner Form Erfahrung mit Polyamorie
oder Beziehungen insgesamt haben.
Und ich finde das total bereichernd. Und ich glaube auch, dass es nicht klug
ist, immer nur die eigenen Einflüsse bei einem Problem zu haben.
Und natürlich freue ich mich als professionell arbeitende Beraterin, wenn Leute mich buchen.
Aber das ist nicht das, was ich sagen wollte. Sondern an dieser Stelle geht
es mir nicht darum zu sagen, gebt Geld aus für eure Beziehung.
Sondern das kann auch sinnvoll sein.
Aber es geht mir vor allem darum zu sagen, ey, kocht nicht nur im eigenen Saft.
Und wenn ihr irgendwelche Forumsbeiträge schreibt auf Joyclub oder in die Happy
Poly Family Facebook Gruppe gerät und Sachen lest, aber holt euch Einflüsse von außen.
Und zwar welche, die zu euch passen. Also ob das Einzelgespräche sind,
in eine Gruppe gehen, Forumsbeiträge lesen, Forumsbeiträge posten,
Podcasts hören, Bücher lesen, was auch immer.
Aber holt euch irgendwie Perspektivwechsel, Unterstützung von außen,
weil, also auch Probleme können ja Spaß machen, wenn ich mich dabei getragen
fühle und Kontakt habe mit Menschen.
Voll.
Okay. Auf meiner Liste steht jetzt nur noch, dich nach Kinderbüchern zu fragen,
die Kindern Vielfalt beibringen.
Da könntest du aber im Zweifelsfall, ich glaube, da kommt ein Kind.
Nee, nee, ich hole dir ein Buch.
Ah nein, du holst ein Buch, genau. Da könntest du aber im Zweifelsfall einfach
im Nachgang eine E-Mail schreiben oder so von Büchern, die du erwähnst.
Wenn du aber jetzt eins hast, wo du sagst, also das finde ich besonders toll
und hilfreich, dann freue ich mich total, wenn du da ein paar Worte dazu sagst.
Ich gucke kurz, wo ich es habe. Also ich habe drei Bücher in der Hand.
Das eine ist kein explizites Polyamorie-Buch. Das von Britta finde ich nämlich
gerade nicht. Das alles ist Familie.
Das ist vielleicht hinten im Bücherregal, weil wir haben hier vorne eins mit
unseren allerliebsten Büchern und hinten eins, das eher für die kleineren auch
ist, aber da landet auch mal was Größeres.
Ich habe hier einmal Wunder.
Das ist von Clara. Sorry, ich hoffe, ich sage es jetzt richtig.
Eröd-Danzinger. Ich hoffe, das ist in Ordnung, Clara, so.
Und zwar stehen da keine Worte drin, sondern es sind reine Bilder und es geht
um Geburt, aber sehr vielfältig und sehr unterschiedlich und wie das aussehen kann.
Aber ohne Kommentar, sondern das ist eben den Vorlesenden überlassen, wie sie das begleiten.
Also da gibt es eben auch noch ein Vorwort dazu und da wird ganz schön geschrieben,
aber es ist sehr, sehr unterschiedlich und sehr vielfältig. Super schönes Buch.
Kannst du mal eine Seite zeigen, dass ich mal einen Eindruck bekomme?
Warte. So, Nano ist davon auch sehr, sehr begeistert. Siehst du das?
Ach, süß. Also ich sehe jetzt sehr gezeichnete Bilder von Menschen,
vielen Menschen, die Babys auf dem Arm halten oder nicht oder neben sich liegen
haben und Gesichtsausdrücke haben und sind so ein paar kleine Kommentare bei.
Und wenn ich das richtig sehe, sind alle Bilder auch gemalt, ne?
Ja genau und hier stand jetzt zum Beispiel Reden hilft und da ging es darum,
wie unterschiedliche Beziehungen auch aussehen können in diesem Bild,
weil da zum Beispiel auch eine Person,
wahrscheinlich ein Kind geboren hat und nebendran liegt das Baby so und sie
hält die Hand drauf, weil sie da vielleicht irgendwie ihren eigenen Kampf zu
kämpfen hat, sage ich jetzt mal.
Aber da sind auch unterschiedliche Geburten drin gezeigt oder dass man eben
zu Hause gebären kann oder mit Hilfe oder mit ÄrztInnen oder Kaiserschnitt.
Oder solche Geschichten ist ganz cool.
Cool.
A Color Named Love, beziehungsweise welche Farbe hat die Liebe?
Ganz berühmt.
Das ist ja ganz klassisch. Genau, wir hatten damals schon die englische Version, die steht auch hier.
Und du kennst das hundertpro, aber muss ja auch erwähnt werden, Muckdiwupp.
Natürlich. Genau, das ist von, sagst du den Namen nochmal Saskia?
Saskia Michalski. Michalski, genau. Das steht oben drauf. Genau.
Und kannst du alle drei empfehlen, nehme ich an.
Ja, die sind alle auf jeden Fall sehr schön und werden auch von den Kleinsten
schon sehr gerne gelesen.
Und dieses, das ist alles Familie, das finde ich gerade nicht von der Britta,
wo auch immer ich das hingemacht habe. Aber Avalino Diversity heißt die auf Instagram.
Ja, also im Idealfall schickst du mir hinterher eh noch eine Liste mit allen
Dingen, die ich in die Show Notes schreibe. Und da würde ich mich voll freuen, wenn die dabei sind.
Ja, ich suche es mir raus.
Jetzt haben wir gesagt, Bücher über Vielfalt für Kinder. Was wissen eure Kinder?
Die wissen, dass wir Polyamor leben und wer mit wem zusammen ist oder wie oder romantisch.
Die wissen auch, dass wir dieses Jahr im Oktober heiraten werden und dass die Mama und ich heiraten.
Die Mami und die Mama heiraten. Und die Mami und die Mamina,
das bin ich, Freundinnen sind. Und Familie.
Schön. Finde ich voll gut. Und heiraten, ich muss es natürlich sagen,
also ihr könnt ja leider nicht vom deutschen Staat zu dritt heiraten.
Aber ich finde ja sowieso, dass
die Zeremonie und dieser Bezeugungsprozess einfach das Schönste daran ist.
Und da braucht es keine staatliche Unterstützung, auch wenn die natürlich schön wäre.
Ja. Genau.
Okay, ich wäre mit meinen Fragen durch. Also ich könnte noch 700 stellen.
Ich könnte mich noch sehr lange mit dir unterhalten. Aber ich habe ja eine halbe
Stunde versprochen. Die ist jetzt um.
Genau. Gibt es noch was, was du gerne ergänzen möchtest? Gibt es noch etwas,
was du den MoPoCo-Hörenden mitgeben möchtest?
Irgendeinen ultimativen Tipp, außer langsam, achtsam, einvernehmlich.
Gibt es noch irgendwas, was du erzählen möchtest?
Hört auf euer Bauchgefühl.
Schön.
Es sagt ganz viel, auch wenn ihr es nicht hinhören wollt. Das hat recht. Meistens.
Ja.
Allermeistens.
Stimmt.
Ja. So, jetzt ist morgen der letzte Tag von deinem Account. Gibt es melancholische Stimmung in dir?
Schon ein bisschen. Also es ist sehr zweigeteilt. Es ist auch irgendwie komisch so.
Aber ich habe noch überlegt, noch einmal einen Beitrag zu machen von wegen,
mal sehen, ob ich ihn mache für die letzten zwei Tage. Also für heute und morgen dann noch.
Vielleicht mache ich auch erst heute Abend. Von wegen, Menschen fragen immer,
warum wir das überhaupt machen.
Darum. Und dann Nachrichten einblenden.
Oh, das wäre ja schön.
Ja, das wäre mein Plan. Ich hoffe, ich schaffe es.
Ja. Schön. Ja, und du hast ja eine Weile schon nicht mehr so richtig viel gepostet.
Das heißt, ein bisschen Erleichterung hast du ja jetzt schon eine Weile. Wie fühlt sich das an?
Super erleichternd. Also wirklich, weil ich eben dann eben die,
mehr in dieses Selbstbild und die Geschichten reingehe, weil bei Happy Poly
Family, irgendwann weißt du halt gefühlt, also mir ging es so,
dass ich irgendwann nicht mehr wusste, was ich erzählen soll,
weil man sich wiederholt. Ja.
Keine Ahnung, ob mir das je passieren wird, aber ja.
Ja, und für uns war es halt irgendwie mit Family so, dass es sich irgendwann
nur noch anstrengend jetzt angeführt hat mit Instagram.
Und dann ist es halt, das irgendwie funktioniert nicht mehr.
Ja, also alles, was Menschen machen, um was Gutes zu erreichen,
um irgendwas zu machen, wofür sie kein Geld bekommen oder keine andere Kompensation,
frei wohnen dürfen oder was auch immer, da muss es dann mindestens Spaß machen.
Und wenn es zur Belastung wird, dann macht es einfach keinen Sinn mehr.
Ganz genau.
Ja, okay. Elena, ich danke dir sehr, sehr, sehr, dass du bereit warst,
mit mir zu sprechen und für deine Zeit und für deine unendliche Geduld mit deinem
Kind und dass du das Interview trotzdem weitergemacht hast.
Ich danke dir für all deine Einsichten und dass du überhaupt das gemacht hast.
Also ich bin mir relativ sicher, also es gibt ja ein paar Accounts inzwischen,
die das machen und trotzdem bin ich mir sehr sicher, dass du in Deutschland
in der Poly-Szene einige Menschen, aber auch einiges Wissen bewegt haben und
wir haben ja auch schon vor ein paar,
also aus meinen Inhalten ja auch geholfen mit deiner Fachexpertise schon vor einer Weile.
Also es ist einfach richtig toll, dass ihr das gemacht habt und vielen, vielen Dank dafür.
Vielen lieben Dank, das ist jetzt auch gerade so, jetzt gerade so kurz vor Schluss.
Ja, und da kann ich nichts anderes als euch trotzdem eine wunderschöne Zeit
miteinander wünschen. Eine fantastische Hochzeit. Ich freue mich natürlich über ein Bild.
Und ja, dass es so weitergeht und ihr schön entspannt euer Leben so weiterlebt,
wie ihr das für lustig und gut haltet.
Und dass alle Menschen allenfalls sagen, ach, spannend und nicht,
ich habe dich trotzdem lieb.
Ich habe dich trotzdem noch lieb, nee.
Ja, aber ich meine, es sagt am Ende viel mehr über die Person selbst als über dich.
Absolut.
Ja.
Wie gesagt, am Ende trennten sich unsere Wege sowieso.
Vielleicht war das ein Vorbot, man weiß es natürlich nicht.
Ich kenne auch Leute, die das gesagt haben und hinterher sich erst bewusst geworden
sind, wie blöd diese Aussage war und dass es eigentlich überhaupt nicht im Weg steht.
Ja, nee, da kam nie was. Danke.
Ja, dann feiert weiter die Liebe, verbreitet weiter das Wort, wie auch immer.
Und wenn irgendwann ein Buch kommt, werde ich das gerne hier promoten.
Vielen Dank. Alles klar.
Dann mach's gut. Tschüss.
Danke dir. Ciao.
Genau, da kann man rein singen. Oh ja, er singt sehr gerne.
Schön, dass du das auf der Tonaufnahme auch hast. Hey, sollen wir einen Deal
machen? Wir nehmen nachher zusammen was auf. Okay?
Dann kannst du es dir anhören. Aber jetzt mache ich die Besprechung.
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