Mono, Poly & Co

Dein Wissens-Podcast rund um Beziehungsgestaltung

#119 - Podcastpause & Wut-Impulse

Was dir Wut über dich selbst verrät – und wie du sie nutzen kannst

29.03.2026 6 min

Zusammenfassung & Show Notes

Wut als Wachstumschance: Wie du mit primärer und sekundärer Wut umgehen kannst und was sie dir über dich selbst verrät.

In dieser kurzen Zwischenfolge aus der Frühjahrsputzpause gibt Sonja einen Impuls zum Thema Wut. Sie unterscheidet zwischen zwei Arten von Wut und zeigt, wie du sie als Informationsquelle für dich nutzen kannst – statt dich in ihr zu verlieren.

📌 Themen dieser Folge:
  • Updates aus der Frühjahrsputzpause: neue Folge 0, neues Intro, neues Team-Mitglied und die eigene Homepage
  • Ab dem 5. April geht es weiter mit neuen Folgen!
  • Primäre Wut – wenn dein System dich ins Handeln bringen will und du für dich einstehen sollst
  • Sekundäre Wut – wenn Verurteilungen über andere Personen entstehen (die „Wolfssprache" aus der GFK)
  • Warum sich in die Wut reinsteigern nicht hilft – und was Boxsäcke damit zu tun haben
  • Gefühle klar machen statt klein machen: Wut als Sensor für unerfüllte Bedürfnisse
  • Selbstwirksamkeit statt Kontrolle über andere: Was sagt die Wut über mich?
  • Wann es sich lohnt, Kontakte zu hinterfragen, die immer wieder Wut auslösen

💡 Das Wichtigste in Kürze:
  • Wut ist grundsätzlich nichts Schlechtes – sie ist ein Sensor, der gesehen werden und dir etwas sagen möchte.
  • Primäre Wut will dich ins Handeln bringen. Sekundäre Wut entsteht durch Verurteilungen anderer.
  • Sich in die Wut reinzusteigern macht sie nur größer, hilft aber nicht bei der Reflexion.
  • Hilfreicher ist es, auf dich selbst zu schauen: Was brauche ich? Was fühle ich? Was möchte ich?
  • Wenn bestimmte Personen immer wieder Wut auslösen, lohnt es sich zu hinterfragen, ob und wie du den Kontakt gestalten möchtest.

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Die Musik wurde für uns von NeoKorTechs zusammen gemischt und zur Verfügung gestellt (insta: @neokortechs, Homepage: http://www.christian-janz.de). Vielen lieben Dank!

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Zu Sonjas Beziehungs-Coaching und Blog-Beiträgen: https://sonjajuengling.de/

Transkript

Hallo zusammen und herzlich willkommen bei Mono, Poly & Co., dem Wissens-Podcast rund um Beziehungsgestaltung in allen Formen. Ich melde mich mal wieder zu einer kurzen Zwischenfolge in unserer Frühjahrsputzpause, die uns übrigens total gut tut. Die Meetings sind total schön, wir können frei denken und mit neuen Ideen einen Umgang finden, der nicht mit Hektik geprägt ist. Das ist richtig schön. Wir haben außerdem die Folge 0 neu aufgenommen und das Intro, das gerade geschnitten wird. Wir haben über redaktionelle Prozesse gesprochen. Es gibt ein neues Podcast-Team-Mitglied. Wir haben auf die Homepage geguckt und Links ausgetauscht, weil wir ja eine eigene Homepage jetzt haben. Nicht mehr die bei Let's Cast ausschließlich, sondern eine eigene. Und da sind wir auch fleißig am updaten und gucken, dass wir da alles drauf kriegen, was wir drauf haben wollen. Und das Wichtigste, ab dem 5.4. Geht es weiter mit MoPoCo. Dann gibt es ganz neue Folgen, die ich schon aufgenommen habe. Genau. Und wie immer in diesen Zwischenfolgen, immer zweimal erschienen, aber ja, dann ist es immer, möchte ich auch heute einen kleinen Impuls mitgeben, damit sich das nicht nur als Infoquelle für den Podcast für dich lohnt, die Folge zu hören, sondern auch in deiner Beziehung. Ich möchte heute über Wut sprechen. Wut begegnet mir immer wieder in der Beratung und ist an vielen Stellen ja auch gar nicht so einfach zu handeln. Aus Wut heraus kann ich plötzlich total unreflektiert handeln oder Dinge tun, wo ich hinterher denke, uiuiuiui, das hätte ich mal besser nicht gemacht. Und deswegen möchte ich über Wut sprechen. Wie kannst du damit umgehen? Wut ist ja grundsätzlich nichts Schlechtes. Wie alle Gefühle ist Wut auch ein Sensor. Also Wut möchte einerseits gesehen werden und andererseits dir irgendwas sagen. Ich unterscheide dabei Wut zwischen zwei möglichen Wüten, keine Ahnung. Das eine ist die primäre Wut, die entsteht, weil dein System dich ins Handeln bringen will. Weil dein System will, dass du etwas auf etwas Aufmerksamkeit legst und Energie hast, um für dich einzustehen. Und dann gibt es die, ich nenne die sekundäre Wut, die daraus entsteht, dass eine Person etwas getan hat, was dir nicht so gut gefällt. Und du dann einen Verurteilenden oder mehrere verurteilende Sätze hast. Also zum Beispiel, jemand tritt dir auf den Fuß, das tut weh und du denkst, wie rücksichtslos ist dieser Mensch und wirst wütend. Und das, was beide Wutarten verbindet, ist, dass es eben eine Informationsquelle ist, dass diese Wut uns irgendwas sagen will. Im ersten Fall, wo möchte ich in die Handlung kommen? Und im zweiten Fall, was denke ich eigentlich an dieser Stelle? Also ich bin ja GFKlerin und das ist die Wolfssprache, wenn du sagst, du blödes, egoistisches Arsch. Und dann zu gucken, okay, was will mir das denn sagen? Aha, ich denke, die andere Person ist egoistisch. Möchte ich vielleicht auch egoistisch sein? Finde ich Egoismus blöd? Was ist Egoismus überhaupt? Also ich kann das schon nutzen, um in die Selbstreflexion zu gehen. Und das verbindet beide Wutarten. Das Problem ist so ein bisschen, wenn du in der sekundären Wut bist, also in der Verurteilung von anderen Menschen oder von den Handlungen von anderen Menschen, dann bist du nicht bei dir, sondern dann bist du bei der anderen Person. Und das Ding ist ja, also natürlich kannst du dann über die andere Person auch was lernen, aber du kannst die andere Person ja nicht steuern. Die andere Person tut, was sie will. Du kannst Bitten und Bedürfnisse äußern, du kannst Gefühle äußern, du kannst dich verletzlich zeigen, du kannst Absprachen machen, verhandeln, du kannst ganz viel mit der anderen Person, aber kontrollieren kannst du sie nicht. Das heißt, es wäre viel sinnvoller darauf zu gucken, was du kontrollieren kannst, nämlich deine eigene Reaktion, deine eigene Handlung, deine eigenen Gedanken, deine eigenen Umgänge. Und deswegen ist es, wenn du dir deine Wut anguckst, viel wichtiger oder viel selbstwirksamer, wenn du guckst, okay, was sagt das denn über mich? Und was brauche ich denn? Was fühle ich denn? Was möchte ich denn? Und wenn du eben in der sekundären Wut bist, dann bist du auf jeden Fall bei der anderen Person und regst dich über die andere Person auf. Und das kann alles total hilfreich sein. Und es ist auch wichtig, das zu sehen und die Gefühle anzuerkennen. Und es ist bestimmt sinnvoll, ab und zu mal in die Psychohygiene zu gehen und zu gucken, okay, bringt mir das was, wenn ich jetzt total abkotze? Aber das ist eben das Ding. Bringt mir das was? Wenn ich mich nämlich total in die Wut reinsteigere und dann anfange, irgendwelche Fotos auf Boxsäcke zu machen und die zu bearbeiten. Also es gibt da durchaus Untersuchungen, die zeigen, dass sich in die Wut reinsteigern am Ende dir nicht hilft, sondern sie nur größer machen und dir bei der Reflexion nicht helfen. Und es ist so, wenn ich darüber spreche, mit Gefühlen umzugehen, dann geht es darum, die Gefühle klar zu machen und nicht sie klein zu machen. Also es geht, habe ich gerade schon ein paar Mal gesagt, es geht darum, den Gefühlen Raum zu geben und zu entdecken, was sie uns sagen wollen. Und das gilt eben auch für Wut. Und wenn ich damit beschäftigt bin, das Gesicht auf dem Boxsack zu bearbeiten, dann habe ich nicht besonders viel Selbstreflexion. Und das kann alles total Spaß machen und sinnvoll sein, solange du die Wut nicht an der anderen Person auslässt. Denn die kann ja nichts dafür, dass dich das wütend macht. Das hängt ja mit dir zusammen. Ist das alles voll fein. Wenn du damit aber was machen möchtest, dann kann es sinnvoll sein, auf dich zu gucken. Was ist mein Bedürfnis, was gerade erfüllt wurde? Was ist mein Bedürfnis, was gerade nicht erfüllt wurde? Was will mein Unterbewusstsein, mein System mir sagen? Und damit könntest du dann arbeiten und für dich grundsätzlich lernen. Wenn es aber Personen gibt, die immer wieder deine Wut triggern, die immer wieder dich in die primäre oder sekundäre Wut bringen, dann lohnt es sich durchaus zu hinterfragen, tut dieser Kontakt mir gerade gut? Möchte ich ihn grundsätzlich einstellen oder möchte ich ihn vielleicht verändern? Also wann auch immer du wütend wirst, das ist wie immer eine Wachstumsmöglichkeit. Und jetzt wünsche ich noch einen fantastischen Tag. Bis dann!

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